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25.07.2012

21:32 Uhr

„Welt verändert sich“

Spitzenbanker will Großbanken zerschlagen

Er hat die US-Bank Citigroup zu einem der größten Finanzunternehmen der Welt gemacht. Nun plädiert er für die Trennung von Investment- und Privatkunden-Banking. Das brisante Interview des Sandy Weill.

Ehemaliger Citigroup-Vorstandsvorsitzender Sandy Weill bei seinem letzten Aktionärstreffen in seiner Amtszeit. ap

Ehemaliger Citigroup-Vorstandsvorsitzender Sandy Weill bei seinem letzten Aktionärstreffen in seiner Amtszeit.

New YorkDer ehemalige Vorstandsvorsitzende der US-Bank Citigroup hat überraschend eine Zerschlagung großer Kreditinstitute gefordert. Das Privatkundengeschäft und der risikoreiche Investmentbereich sollten getrennt werden, sagte Sandy Weill am Dienstag im US-Fernsehsender CNBC.

Ein solcher Schritt sei nötig, wolle der Bankensektor der USA das Vertrauen der Verbraucher wiedererlangen und seine Position an der Spitze des weltweiten Finanzsystems behaupten. Derzeit sei es um das Image der Branche äußerst schlecht bestellt. „Unsere Welt hasst Banker“, sagte Weill.

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In seiner Zeit an der Spitze der Citigroup baute Weill das Unternehmen zu einem der größten Finanzdienstleister der Welt auf.

Nachdem in den vergangenen Jahren hoch verschuldete Banken immer wieder von der öffentlichen Hand gerettet werden mussten, regten Kritiker des Finanzsektors die Trennung von Kunden- und Beteiligungsgeschäft an.

Damit könnten die Risiken des Investmentgeschäfts von den Einlagen der Sparer im Privatkundenbereich getrennt werden. Der Staat wäre in der Lage, reine Investmentbanken pleitegehen zu lassen, da nicht die Sparguthaben der Kunden auf dem Spiel stünden, sagte Weill in dem CNBC-Interview.

Hochrangige Vertreter der Banken lehnten entsprechende Pläne bislang allerdings ab. Sie argumentieren, die beiden Geschäftsbereiche balancierten sich gegenseitig aus und verliehen den Banken Stabilität.

Weill war bis 2003 Vorstandsvorsitzender der Citigroup und stand bis 2006 an der Spitze des Verwaltungsrat.

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Auf seinen überraschenden Kurswechsel angesprochen, sagte Weill auf CNBC, er habe in den vergangenen Jahren seine Meinung zur Struktur des Bankensektors geändert. „Die Welt verändert sich“, sagte er. „Die Welt, in der wir heute leben, ist eine andere als vor zehn Jahren.“

Von

dapd

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

25.07.2012, 22:10 Uhr

ach komlt aufm m Oberdeck langsam an das die Titanic am sinken ist....^^

Einanderer

25.07.2012, 22:44 Uhr

Das natürliche Streben der Marktteilnehmer nach Monopolstatus kann nur durch böse staatliche Regulierung gebremst werden. Böse ist gut, irgendwie, manchmal, wenn die herrschenden Wertevorstellungen auf die schiefe Bahn geraten sind.

Mazi

26.07.2012, 07:51 Uhr

Nichts Neues und ein erster ernstzunehmender Ansatz. Alles was geteilt wird kann nicht mehr vom negativen Part mitgerissen werden.

Auf jeden Fall würde die Maßnahme wie eine Brandmauer wirken.

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