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17.04.2014

15:08 Uhr

Wende der Geldpolitik

US-Banken leiden unter schwachem Zinsgeschäft

VonFrank Wiebe

Die erwartete Änderung der US-Geldpolitik wirft ihre Schatten voraus: Goldman Sachs und andere US-Großbanken leiden unter einem schrumpfenden Geschäft mit Anleihen. Auch die Bonustöpfe schrumpfen.

An der Wall Street laufen die Geschäfte, aber die Euphorie nimmt ab. Getty Images

An der Wall Street laufen die Geschäfte, aber die Euphorie nimmt ab.

New YorkDer große Schwenk am amerikanischen Kapitalmarkt ist an den Ergebnissen der US-Banken für das erste Quartal immer noch deutlich abzulesen. Dabei reagieren die großen Geldhäuser auf unterschiedliche Weise. Übereinstimmendes Thema waren die rückläufigen Ergebnisse im Kapitalmarktgeschäft mit Zinspapieren, außerdem das schwächere Geschäft mit dem Abschluss neuer Immobiliendarlehen.

Darin spiegelt sich wider, dass schon 2013 die Zinsen am US-Kapitalmarkt als Reaktion auf ein erwartetes Auslaufen der extrem lockeren Geldpolitik gestiegen sind. Auf der anderen Seite zeigt sich in den Quartalsergebnissen aber vor allem in den recht gut laufenden Geschäftskrediten, dass sich die amerikanische Konjunktur doch allmählich erholt.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Am Donnerstag haben Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre als letzte der großen US-Häuser ihre Quartalszahlen vorgelegt. Bei Goldman zeigte sich deutlich, dass der Kuchen des Kapitalmarktgeschäfts kleiner wird. Der Gewinn nach Steuern sank von 2,3 auf 2,0 Milliarden (vor der Vorzugsdividende), der Gewinn je Aktie von 4,60 auf 4,02 Dollar. Aber auch der Topf der Boni schmolz zusammen: um acht Prozent auf vier Milliarden Dollar.

Die Bank behauptete ihre gute Marktposition im Investment Banking, etwa bei der Beratung zu Übernahmen und Fusionen. Das Zinsgeschäft lief schlecht, das Rohstoffgeschäft recht gut, aber, etwas überraschend, gab es auch im Aktiengeschäft eine Schwäche, das bei anderen Banken recht erfreulich abschnitt.

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