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22.03.2006

15:07 Uhr

Weniger Fusionen erwartet

Sparkassen fühlen sich groß genug zum Überleben

In den vergangenen Jahren gab es eine große Fusionswelle unter den Sparkassen im Lande. Damit soll nun nach Ansicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) Schluss sein. Stattdessen will die Gruppe mindestens ein externes Institut zukaufen.

HB FRANKFURT. Wie DSGV-Präsident Dietrich H. Hoppenstedt am Mittwoch in Frankfurt sagte, werde die Fusionsentwicklung bei den Sparkassen künftig abflachen. Es seien inzwischen „sinnvolle Betriebsgrößen“ erreicht worden, begründete Hoppenstedt seine Einschätzung. Die Zahl der Sparkassen in Deutschland ist nach DSGV-Angaben im vergangenen Jahr von 477 auf 463 gesunken. 1990 waren in Deutschland noch 770 Sparkassen tätig.

Der DSGV-Präsident wandte sich erneut gegen die in Hessen geplante Schaffung von Stammkapital bei Sparkassen. Er sehe die Gefahr, dass die Handelbarkeit des Stammkapitals der erste Schritt zum Verkauf an private Dritte sei, sagte er. Zugleich bekräftigte er, dass nach Einschätzung des DSGV vertikale Fusionen von Sparkassen mit Landesbanken „nicht sinnvoll“ seien.

Hoppenstedt wandte sich zugleich gegen Forderungen, privaten Investoren beim Kauf einer Sparkasse die Fortführung des Namens „Sparkasse“ zu erlauben: „Die Marke gehört der Gesamtheit der Sparkassen“. Man könne nicht Dritten erlauben, den Sparkassen ihre Marke zu entziehen.

Zuletzt hatte der Präsident der Privatbanken in Deutschland, Commerzbank- Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller, eine Aufweichung des Namensmonopols der Sparkasse gefordert. Müller bezieht sich auf die zum Verkauf stehende Bankgesellschaft Berlin mit ihrer Tochter Berliner Sparkasse. Nur wenn auch private Investoren den Namen „Sparkasse“ weiterführen dürften, sei der Verkauf der Berliner Sparkasse dirskriminierungsfrei, argumentierte Müller.

Die öffentlich-rechtlichen Institute wollen hingegen verhidern, dass die Berliner Sparkasse mit ihren rund 2 Millionen Kunden an eine Privatbank veräußert wird. Hoppenstedt hat das Interesse der S-Finanzgruppe an der Mutter Bankgesellschaft Berlin bekräftigt. Die Bankgesellschaft muss auf Grund einer Auflage der EU-Kommission im Zusammenhang mit der Sanierung der Bank spätestens 2007 mitsamt ihrer Sparkassen-Tochter veräußert werden.

Die S-Finanzgruppe wird Hoppenstedt zufolge das Verkaufsverfahren begleiten und sich „in geeigneter Weise als Bieter“ am Verkauf der Bankgesellschaft beteiligen. Dies sei „breiter Konsens“ innerhalb der Gruppe, machte der DSGV-Präsident deutlich. Spekuliert wird bereits seit einger Zeit über eine Holding aus Sparkassen und Landesbanken, die dann die Bankgesellschaft erwerben soll. Details wollte Hoppenstedt aber nicht nennen.

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