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14.10.2014

15:53 Uhr

Weniger Rückstellungen

JP Morgan mit Milliardengewinn

Der Quartalsbericht der größten US-Bank, JP Morgan, ist überraschend frühzeitig auf der Internetseite Shareholder.com veröffentlicht worden. Demnach macht die Bank einen Nettogewinn von 5,6 Milliarden Dollar.

Endlich diverser Rechtsstreitigkeiten ledig, ist JP Morgan wieder in den schwarzen Zahlen. Einem auf shareholder.com veröffentlichten Quartalsbericht zufolge, macht die größte US-Bank im dritten Quartal einen Nettogewinn von 5,6 Milliarden Dollar. Reuters

Endlich diverser Rechtsstreitigkeiten ledig, ist JP Morgan wieder in den schwarzen Zahlen. Einem auf shareholder.com veröffentlichten Quartalsbericht zufolge, macht die größte US-Bank im dritten Quartal einen Nettogewinn von 5,6 Milliarden Dollar.

New YorkDie US-Großbank JP Morgan strampelt sich allmählich von den Lasten ihrer unzähligen Rechtsstreitigkeiten frei. Das legt ein am Dienstag auf der Internetseite Shareholder.com veröffentlichtes und offenkundig authentisches Dokument mit den Zahlen zum dritten Quartal nahe. Demnach fielen in den Sommermonaten keine neuen Strafen an, unter dem Strich fuhr das Institut deshalb einen Gewinn von 5,6 Milliarden Dollar ein. Vor einem Jahr hatte noch ein Verlust von 380 Millionen Dollar zu Buche gestanden.

Eine Bank-Sprecherin wollte sich zunächst nicht zu dem Dokument äußern. Eigentlich waren die Zahlen erst zwei Stunden später erwartet worden. Shareholder.com gehört zum Börsenanbieter Nasdaq OMX. (Der Bericht ist zu finden unter http://bit.ly/1w5qBfr)

Die Zahlen der größten US-Bank werden am Markt stets mit Spannung erwartet. Im Vorjahresquartal hatte ein Bußgeld von gut sieben Milliarden Dollar wegen umstrittener Hypothekengeschäfte für rote Zahlen gesorgt.

Nun konnte das Institut offenbar mit einem florierenden Tagesgeschäft glänzen, vor allem in der Investmentbank: So stiegen die Einnahmen im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, wie aus dem Dokument hervorgeht. Selbst zum Vorquartal gab es ein kleines Plus, obwohl die Sommermonate wegen der Urlaubssaison traditionell etwas ruhiger sind. Dabei spielte der Bank in die Karten, dass die Schwankungen an den Märkten im September wieder angezogen sind - nachdem im Anleihehandel wegen der anhaltenden Niedrigzinsen lange Zeit Flaute herrschte. Das dürfte auch der Deutschen Bank Hoffnung machen. Ihre Zahlen werden am 29. Oktober erwartet.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Im Tagesverlauf stehen auch noch die Zwischenbilanzen von der Citigroup und Wells Fargo an. Branchenkenner gehen davon aus, dass auch ihre Zahlen positiv überraschen. Denn anders als in Europa ist die US-amerikanische Wirtschaft wieder angesprungen und die Krise auf dem Immobilienmarkt überwunden. Damit haben die US-Banken mehr Chancen auf echtes Neugeschäft, während viele Geldhäuser diesseits des Atlantiks noch mit dem Abbau von Problemkrediten beschäftigt sind.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Uwe Warschkow

14.10.2014, 17:24 Uhr

Wichtiger wird die Zukunft sein.Die QE Programme der FED, im Umfange von mehr als 4 Billionen Dollar seit 2008, spülten Milliarden in die Kassen der privaten Banken.Aber das jetzige QE läuft in wenigen Wochen aus.Das dürfte das zukünftige Ergebnis der Bank belasten.Ich denke,den Quartalsgewinn sollte man sich einrahmen,er wird schwer zu wiederholen sein.

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