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06.11.2012

16:51 Uhr

Werbepartnerschaft

Poldis Kontokarte kommt mit Insel-Zuschlag

VonTobias Döring

Heute Abend tritt Lukas Podolski mit Arsenal London beim FC Schalke 04 an. Aus seiner alten Heimat bekommt er von einem Sponsor eine Kontokarte mit auf den Heimweg – doch die hat für Poldi einen Haken.

Lukas Podolski hat jetzt seine „eigene“ EC-Karte von der PSD Bank. PR

Lukas Podolski hat jetzt seine „eigene“ EC-Karte von der PSD Bank.

DüsseldorfEigentlich hatte die genossenschaftliche PSD Bank in Köln schon ihrem Werbeidol Lukas Podolski hinterher getrauert, als dieser dem Rhein den Rücken kehrte und in die Dienste von Arsenal London trat. Doch die Heimatverbundenheit Podolskis ist groß und so ließ er sich für eine Verlängerung seines Werbevertrages gewinnen – und bekommt jetzt auch eine EC-Karte mit seinem Konterfei. Die Motivkarte gibt es ab dem kommenden Montag gratis zur Eröffnung eines kostenfreien Girokontos.

Doch ausgerechnet für den Fußball-Profi hat die Karte einen Haken. Denn in der neuen Wahlheimat berechnet die PSD Bank Köln ein Prozent der Abholsumme, mindestens jedoch 6,50 Euro, an Gebühren – „Poldi-Card“ hin oder her. Denn Kooperationspartner zum kostenfreien Geldziehen hat die PSD in Großbritannien keine.

Zahlungsverkehr: „Deutschland ist ein Bargeldland“

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„Deutschland ist ein Bargeldland“

Eigentlich sind Geldscheine nur bedrucktes Papier, darauf verweist sogar der Bundesbank-Präsident. Doch das Vertrauen der Deutschen in die Banknoten ist ungebrochen. Die Kartenfirmen sehen das gar nicht gerne.

Der Glanz Poldis könnte diesen Passus im Kleingedruckten überstrahlen. Denn trotz seines Wechsels vom 1. FC Köln zu Arsenal London ist Lukas Podolski das Fußball-Idol der Stadt. Das war wohl auch der wichtigste Grund für die PSD Bank, den Werbevertrag mit „Prinz Poldi“ zu verlängern.

„Wir sind die Bank mit Poldi. Wir konnten unsere Bekanntheit deutlich erhöhen“, frohlockte PSD-Vorstandschef Ralf Eibel bei der Vertragsverlängerung. „Mit Poldis EC-Karte wollen wir unsere Verbundenheit mit dem kölschen Jung noch stärker zum Ausdruck bringen“, ließ sich Eibel jetzt zitieren. So weit, wo werbeträchtig.

Wann die EC-und Kreditkarten im Ausland nicht funktionieren

EC-Karte

Mit Maestro-Karten, die das Girokonto sofort belasten, können Bankkunden normalerweise weltweit zahlen oder Geld abheben. Besonders viele Vertragspartner und Geldautomaten stehen in Europa. Trotzdem funktionieren die Karten häufig nicht. Das kann mehrere Gründe haben. Vor Reiseantritt notieren sich Urlauber für alle Fälle Karten- und Kontonummer.

Auffällige Konto-Bewegungen

Bei jeder von einer EC-Karte ausgelösten Buchung läuft im Rechenzentrum der Banken eine Sicherheitssoftware mit, die Betrug frühzeitig erkennen und durch Kartensperren verhindern soll. Dabei kann es auch zu ungewollten Sperren kommen. Für Kunden ist es schwierig, sich darauf einzustellen. So zog ein Institut in Barcelona die Karte eines Studenten wegen auffälliger Bewegungen ein. Er hatte in kurzer Zeit zweimal hintereinander am selben Automaten Geld abgehoben.

Dispo-Auslandssperre

Postbank, Deutsche Bank sowie einige Volks- und Raiffeisenbanken haben die Möglichkeit zur Überziehung bei den EC-Karten fürs außereuropäische Ausland gesperrt. De facto gilt hier ein Null-Limit. Kunden können es auf Anfrage vor einer Reise heraufsetzen lassen. Wer das nicht tut, steht womöglich mit leeren Händen da. Nötig ist dazu ein Anruf in der Filiale.

Minus auf dem Konto

Ist das Konto im Minus, bewegt sich aber innerhalb des Verfügungsrahmens können Kunden im Inland problemlos Geld mit ihrer Karte ziehen. Im Ausland steht dieser Verfügungsrahmen bei manchen Banken plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Vor allem Länder außerhalb der Eurozone sind von dieser Regelung oft betroffen.

Technische Pannen

Neben Defekten an Chips oder Magnetstreifen ist ein weiterer Grund für das Nichtfunktionieren der Karten die Umstellung der Institute auf ein neues Bezahlsystem. So wird bei EC-Karten in Deutschland seit einigen Jahren mit dem Maestro-System bezahlt. Das ist ein Abbuchungsdienst vom Kreditkarten-Unternehmen MasterCard, das mittels Magnetstreifen funktioniert. Da Chipkarten als sicherer gelten, führen manche Institute so genanntes V-Pay ein, das Konkurrenz-Produkt von Visa. Vor allem die Postbank rüstet hier um. Wermutstropfen: Einkaufen mit der neuen Karte Glückssache. Denn längst nicht alle Händler haben umgerüstet. Und in beliebten Urlaubsländern wie den USA oder Ägypten funktioniert die Technik generell nicht.

Kreditkarten

Mit ihnen kann man grundsätzlich weltweit zahlen, solange Vertragspartner und Bankautomaten die jeweiligen Karten annehmen. Zum Geldabheben sind Kreditkarten allerdings meist teurer als EC-Karten. Zudem wird selten beim Bezahlen im Inland der PIN verlangt. Viele Kreditkartenbesitzer sollten sich ihre Geheimnummer daher vor dem Urlaub gut einprägen und sich vor Reiseantritt die Kartennummer notieren. Zudem sollten sie sicherstellen, dass die letzte Abrechnung bezahlt ist.

Auffällige Kontobewegungen

Auch bei Kreditkarten sind auffällige Kontenbewegungen und die Auslieferung von defekten Karten ein Thema. Bei auffälligen Käufen oder Abhebungen können Sicherheitsbeamte ohne Nachfrage die Bezahlfunktion abstellen.

Geldreservierungen

Manche Reiseveranstalter, Airlines und Hotels lassen bei einer Reservierung die entsprechende Summe oft im Voraus blocken. Dann ist der Rahmen schneller ausgereizt als gedacht.

Alternative I: Reiseschecks

Sie können vor Antritt der Reise gegen Gebühr in der entsprechenden Landeswährung gekauft werden. Zahlreiche Geldinstitute nehmen sie weltweit an. Vorteil: Die Schecks sind versichert und werden bei Verlust vor Ort binnen 24 Stunden ersetzt, sofern sich der Kunde als Käufer ausweisen kann.

Alterbnative II: Bargeld

Auch wenn es verpönt ist, Cash gehört in jede Urlaubskasse. In einigen Ländern gelten allerdings Obergrenze für die Einführung von Devisen.

Alternative III: Blitzüberweisung

Wenn alle Stricke reißen, das Portemonnaie futsch ist und Urlauber ohne Geld dastehen, besteht die Möglichkeit einer Blitzüberweisung. Der Finanzdienstleister Western Union bietet sie in Zusammenarbeit mit der Postbank und der Reisebank an. Auch MoneyGram ist hier in Kooperation mit den Sparkassen tätig. Damit kann binnen weniger Minuten Geld von einer Postfiliale an eine Auszahlstelle im Urlaubsland überwiesen werden. Wer nicht selbst Online-Kunde bei der Postbank ist, braucht eine Vertrauensperson, die während des Urlaubs in Deutschland ist und sich in eine Postfiliale begeben kann. Nach dem Ausfüllen eines Formulars informiert sie den Urlauber über die Auftragsnummer und teilt mit, wo er sich sein Geld auszahlen lassen kann. Der Empfänger sucht die Agentur auf und erhält mit der Auftragsnummer und der persönlichen Identifikation das Geld.

Heute Abend nach dem Kick der Gunners mit Podolski im Aufgebot könnte sich daher in Gelsenkirchen ein Gang zu einem Geldautomaten der Volksbank Gelsenkirchen-Buer lohnen. Im Servicenetz der Volks- und Raiffeisenbanken sei das Geldabholen schließlich kostenfrei, heißt es bei der PSD Bank. Ausgeben muss Podolski das Geld dann aber in Köln – mit den Euro-Scheinen kann der „kölsche Jung“ in London schließlich nichts anfangen.

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