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24.06.2011

08:33 Uhr

Wertpapieraufsicht ESMA

EU attackiert Ratingagenturen

Gerade erst gegründet – und schon legt sich die ESMA mit den ganz Großen an: Die EU-Wertpapieraufsicht attackiert die Ratingagenturen scharf und fordert, dass sie sich an die Regeln in Europa halten.

Von New York aus in die ganze Welt: Standard and Poor's und die anderen beiden großen Ratingagenturen sind im Visier der EU. Quelle: dpa

Von New York aus in die ganze Welt: Standard and Poor's und die anderen beiden großen Ratingagenturen sind im Visier der EU.

BerlinDie neue EU-Wertpapieraufsicht ESMA legt sich mit den großen US-geprägten Ratingagenturen an. „Wir sollten nicht blindlings das regulatorische System von Drittländern übernehmen“, sagte ESMA-Chef Steven Maijoor der „Financial Times Deutschland“. Er drohte den drei großen Ratingagenturen mit Sitz in den USA - Standard + Poor's, Moody's und Fitch - der Zeitung zufolge mit der Versagung der Zulassung, wenn sie sich nicht an die Regeln in Europa hielten.

Damit unterstrich Maijoor den Anspruch der Europäer, mit ihren Regulierungsregeln in Abgrenzung zu den USA eigene Standards für die Risikobewertung zu setzen. Ab 7. Juli wird die ESMA alleiniger Aufseher über die Ratingagenturen in Europa. Auch Agenturen aus Drittstaaten wie den USA müssen von ihr dann lizenziert werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass ihre Ratings in Europa genutzt werden, hieß es in der Zeitung.

Die Ratingagenturen sind mit der großen Finanzkrise selbst massiv in die Kritik geraten. Ihnen wurden Fehlbewertungen vorgeworfen und damit eine Mitschuld an der Krise. Als Bewerter des Risikos nicht nur von Unternehmen, sondern auch Staaten und ihren Kreditpapieren stehen sie zudem aktuell in Verbindung mit der Schuldenkrise in Teilen des Euro-Raumes wieder im Fokus.

Die Bonitätseinschätzung der großen Ratingagenturen für Problemländer wie Griechenland stellt einen entscheidenden Faktor für die Marktakzeptanz oder -ablehnung von Rettungsplänen und -anstrengungen dar.

Von

rtr

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

24.06.2011, 08:41 Uhr

Silberstreifen am Horizont

Micha

24.06.2011, 09:18 Uhr

Und die Regeln in Europa besagen das wir immer munter Schulden machen können auf kosten der Steuerzahler ohne das jemand eingreift sodas auch noch meine Enkelkinder und deren Kinder was von der Kriese 2011 haben. Wenn ich mir den Vertrag von Maastricht anschaue, dann hat sich doch in der EU auch keiner an die Regeln gehalten.

Fazit: Erwarte nichts von anderen wenn man sich selbst nicht an die Regeln hält. Hätten sich ALLE an die Regeln gehalten dann währe es gar nicht dazu gekommen

Account gelöscht!

24.06.2011, 09:35 Uhr

Gäge es keine Ratingagenturen, müßten Bankmanager und Kapitalgeber eigene Risikoeinschätzungen vornehmen.

Die Menge der verschiedenen Einschätzungen wären für das was wir Markt nennen definitiv besser als die normierte, geplante und evtl. von zentraler Stelle beeinflußte Risikoenschätzung der Ratingagenturen.

Die zentralisierte Risikoeinschätzung, welche Bankmanagern eigene Verantwortung abnimmt, ist systemtechnisch dichter am Kommunismus als am Kapitalismus. Deshalb verbieten.

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