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13.04.2011

14:17 Uhr

WestLB-Tochter

Verkauf von Westimmo wird wahrscheinlicher

Der Verkauf von Immobilienfinanzierer und WestLB-Tochter Westimmo wird immer wahrscheinlicher. Die besten Chancen hat laut Insidern im Moment der Finanzinvestor Apollo, der sein Angebot deutlich erhöht haben soll.

Bisher waren der WestLB die Angebote für Westimmo zu niedrig. Quelle: dpa

Bisher waren der WestLB die Angebote für Westimmo zu niedrig.

FrankfurtIn dem festgefahrenen Verkaufsprozess für den Mainzer Immobilienfinanzierer Westimmo ist Finanzkreisen zufolge wieder Bewegung gekommen. Eine Lösung für die WestLB-Tochter sei inzwischen wahrscheinlicher als noch vor ein paar Wochen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch. Der Finanzinvestor Apollo habe aktuell die Nase vorn, sagten zwei der Insider. Offenbar gebe es bei den Preisvorstellungen eine Annäherung mit der WestLB.

Allerdings sei die Transaktion wegen der Refinanzierung der Westimmo sehr komplex. Der Käufer wolle nur das als solide geltende Pfandbriefgeschäft der Immobilienbank, die in diesem Falle schrumpfen müsste. Den Angaben zufolge ist auch noch der Finanzinvestor Blackstone im Rennen. Dagegen halte die Wiesbadener Westimmo-Konkurrentin Aareal Bank aktuell die Füße still, sagten zwei weitere Insider.

Die WestLB wollte sich zum Stand des Verkaufsprozesses nicht äußern. Auch Aareal, Apollo und Blackstone lehnten eine Stellungnahme ab. Die angeschlagene Düsseldorfer Landesbank versucht seit längerem, die Westimmo zu verkaufen. Die bisher gesetzten Fristen der EU verstrichen allerdings, weil der WestLB die Offerten für die Tochter zu niedrig waren. Im Herbst hieß es in Finanzkreisen, die Angebote von Apollo und Aareal hätten so weit unter dem Buchwert von etwa 600 Millionen Euro gelegen und seien mit so vielen Bedingungen verknüpft gewesen, dass für die WestLB nur ein "marginaler" Erlös übrig geblieben wäre.

Offen ist, wo die aktuellen Preisvorstellungen der WestLB liegen. Aus Unternehmenskreisen verlautete, die Angebote sowohl von Apollo als auch von Blackstone seien inzwischen "deutlich verbessert" worden und hätten mehr Substanz. Die Interessenten hätten wesentliche Forderungen fallengelassen, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Das Refinanzierungsproblem der Westimmo sei offenbar so zu lösen, dass ein Teil der Papiere - im Volumen von etwa neun Milliarden Euro - auf die Bad Bank der WestLB (EAA) übertragen werde. Die Refinanzierung des verbleibenden Pfandbriefgeschäfts der Westimmo sei für einen Käufer dann wohl kein Problem. Es werde erwartet, dass die EU dafür grünes Licht gebe.

Der WestLB läuft allmählich die Zeit davon, denn die neuerlichen Verhandlungen über die Westimmo laufen parallel zu den Gesprächen über die Zukunft der Landesbank. Bis zum Ende der Woche müssen der Bund und die Eigner - das Land NRW und die beiden örtlichen Sparkassenverbände - der EU-Kommission detaillierte Pläne für die Zukunft der Bank vorlegen. Diese laufen auf eine Verkleinerung, einen Verkauf oder eine Aufspaltung des einstigen Flaggschiffs der Landesbanken hinaus. Ab Mitte April will die EU-Kommission ohne weiteren Aufschub eine Entscheidung über die WestLB vorbereiten.

Von

rtr

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