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16.03.2006

16:02 Uhr

Wettbewerb um Privatkunden

MLP greift Banken an

VonIngo Narat

Der Finanzdienstleister MLP will das Geschäft mit der Vermögensverwaltung stark ausbauen. Das überwiegend in Investmentfonds verwaltete Vermögen solle „von jetzt drei bis Ende nächsten Jahres auf über fünf Milliarden Euro“ steigen, sagte der neue Vorstand und Leiter Vermögensverwaltung, Ulrich Stephan.

FRANKFURT. Langfristig sei die Marke von zehn Milliarden Euro das Ziel. Um sich vom Versicherungsmakler stärker zum Vermögensverwalter zu wandeln, soll das Produktangebot deutlich erweitert werden, inklusive des Einstiegs in das Zertifikategeschäft, sowie die Ausbildung der Berater verbessert werden.

Die unabhängige und börsennotierte Gesellschaft ist groß geworden mit dem Verkauf von Versicherungen an Akademiker. Das Geschäft mit den inzwischen 660 000 Kunden litt im vergangenen Jahr unter der Streichung des Steuerprivilegs für Kapitallebensversicherungen.

MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg will seit längerem das Image als unabhängiger Finanzberater schärfen. Er verkaufte sowohl die Lebens- als auch die Sachversicherungsgesellschaft des Unternehmens. Teil der Neuausrichtung ist der Ausbau der Sparte Vermögensmanagement zu einem Geschäftsbereich.

„Die klassischen Kunden waren Hochschulabsolventen, die mit steigendem Alter umfassende Vermögensverwaltung nachfragen – insoweit hat sich deren Profil geändert“, kommentiert Stephan Kalb, Aktienanalyst bei der Privatbank Sal. Oppenheim, den Strategieschwenk. „Die Frage ist, ob der Kunde das für glaubwürdig hält“, urteilt Martin Stürne. Der Vorstand des ebenfalls börsennotierten Fonds-Vermögensverwalters PEH agiert allerdings mit eigenen Fondsmanagern, während sich MLP auf Partner stützt. Zur Umsetzung seiner Pläne kaufte MLP Stephan als Leiter des Geschäftsbereiches ein. Der neue Mann kommt von der Deutschen Bank und hatte dort bis zur Jahreswende das Privatkundengeschäft unter dem Vorstand Reiner Neske verantwortet.

Längerfristig hat Stephan beim verwalteten Vermögen die Marke von „ zehn Milliarden“ im Auge. In diesen Zahlen nicht berücksichtigt sind drei Milliarden Euro in fondsgebundenen Lebensversicherungen, die die Gesellschaft nach dem Verkauf der beiden Versicherungssparten noch betreut. Hoffnungen schöpft Stephan unter anderem aus der geringen Marktdurchdringung.

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