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13.02.2014

12:37 Uhr

Wieder in Gewinnzone

Staatsbank Lloyds zahlt wieder mehr Boni

Lloyds wurde in der Finanzkrise vom britischen Steuerzahler gerettet. Jetzt verbucht das Geldhaus erstmals wieder einen Jahresgewinn. Die Boni-Zahlungen steigen – es wird aber auch eine Dividenden-Zahlung geprüft.

Lloyds-Filiale im Londoner Bankenviertel: Das Geldhaus zahlt nach der Rückkehr in die Gewinnzone wieder mehr Boni. Reuters

Lloyds-Filiale im Londoner Bankenviertel: Das Geldhaus zahlt nach der Rückkehr in die Gewinnzone wieder mehr Boni.

LondonDie britische Großbank Lloyds hat die Wende geschafft und bereitet sich auf den Ausstieg des Staates vor. Das Institut kam 2013 erstmals seit drei Jahren wieder auf einen Vorsteuergewinn. "Wir befinden uns wieder im normalen Modus", sagte Bankchef Antonio Horta-Osorio am Donnerstag. Es liege nun an der Regierung in London, grünes Licht für den endgültigen Rückzug zu geben.

In der weltweiten Finanzkrise überlebte Lloyds nur dank staatlicher Hilfen in Höhe von 20 Milliarden Pfund. Die britische Regierung wurde Anteilseigner der Bank und besitzt jetzt noch 33 Prozent. Vor fünf Monaten trennte sie sich von den ersten sechs Prozent. Weitere Verkäufe sollen noch vor der Parlamentswahl 2015 folgen. Insider sagten zuletzt, Versicherern und Pensionsfonds würden wohl im März und April Lloyds-Aktien angeboten, private Anleger würden danach folgen. Weil sich die Bank wieder besser entwickelt, hat sich der Kurs der Anteilsscheine in den vergangenen beiden Jahren mehr als verdoppelt.

Horta-Osorio hat seit Amtsantritt im Frühjahr 2011 die Bank stabilisiert und deutlich verschlankt. Der Fokus liegt jetzt stärker auf Privat- und Firmenkunden im Heimatmarkt, weniger auf riskanten Geschäften am Kapitalmarkt. Für 2013 wies Lloyds einen Vorsteuergewinn von 415 Millionen Pfund aus. 2012 war noch ein Verlust von 606 Millionen Pfund angefallen.

Trotz großer Rücklagen: Lloyds will den Staat loswerden

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Die Bank Lloyds erwartet weitere Schadenersatzzahlungen wegen unnützer Kreditausfallversicherungen. Die Briten legen mehr als zwei Milliarden Euro zurück. Trotzdem reicht der Gewinn, um den Staatsausstieg voranzutreiben.

Lloyds riskiert allerdings einen Disput mit der Politik, weil die umstrittenen Boni für Banker um acht Prozent auf 395 Millionen Pfund angehoben wurden. Horta-Osorio selbst erhält 1,7 Millionen Pfund. Der Betrag wird allerdings in Aktien ausbezahlt und erst nach fünf Jahren fällig.

Der britische Rivale Barclays hatte zuletzt trotz eines Gewinneinbruchs und Schwächen im Investmentbanking die Boni deutlich erhöht. Das stieß in der Politik auf Unmut, zumal die Bank ankündigte, bis zu 12.000 Stellen streichen zu wollen. Bei Barclays wie auch der Royal Bank of Scotland hatten aber zumindest die Chefs auf Boni verzichtet. Gewerkschaften kritisierten die hohen Lloyds-Sondervergütungen, weil seit der Rettung durch den Staat bei dem Institut über 35.000 Jobs gestrichen wurden.

Von

rtr

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