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15.07.2011

21:04 Uhr

Wiener Problembank

ÖVAG versagt beim Stresstest

VonStefan Menzel

Die Österreichische Volksbank ist durch den Stresstest gerasselt. Überrascht hat das wenige: Die Bank hatte die Finanzmärkte schon vor dem Test gut auf den Ernstfall vorbereitet.

Gemeinsam mit der DZ Bank hält die Ergo Versicherungen etwa 30 Prozent an der österreichischen Volksbank. Quelle: dapd

Gemeinsam mit der DZ Bank hält die Ergo Versicherungen etwa 30 Prozent an der österreichischen Volksbank.

WienDie Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) ist erwartungsgemäß beim europäischen Bankenstresstest durchgefallen. Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat in diesem Test eine scharfe europaweite Rezession angenommen. Das Spitzeninstitut der österreichischen Volksbanken würde dabei auf eine Eigenkapitalquote von 4,5 Prozent abrutschen und damit den von der EBA vorgeschrieben Grenzwert von fünf Prozent unterschreiten.

"Natürlich ist das Ergebnis für uns nicht erfreulich", sagte ÖVAG-Vorstandschef Gerald Wenzel nach der Veröffentlichung der Stresstest-Resultate am Freitagabend. Das Spitzeninstitut der österreichischen Volksbanken, an dem aus Deutschland auch die DZ Bank und die Ergo Versicherung mit zusammen etwa 30 Prozent beteiligt sind, nehme das Ergebnis jedoch sehr ernst.

Gleichwohl sieht sich die ÖVAG auf dem richtigen Weg. Mit dem Verkauf von Beteiligungen und Tochtergesellschaften, allen voran der Osteuropa-Tochter VBI, beschaffe sich das Institut die erforderliche Kapitalerstärkung. Eine etwa Milliarde Euro verspricht sich die Bank aus diesen Verkäufen. Würde dieses Geld schon jetzt eingerechnet, käme die ÖVAG im aktuellen Stresstest auf eine Kapitalquote von mehr als sechs Prozent und würde den Test bestehen, so Vorstandschef Wenzel weiter.

Die Volksbank aus Wien hatte die Finanzmärkte während der vergangenen Tage schon darauf vorbereitet, dass sie den Stresstest wahrscheinlich nicht bestehen würde. Am späten Donnerstagabend hatte die ÖVAG mit der russischen Sberbank eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf der Osteuropa-Tochter VBI unterzeichnet. Diese Erklärung sollte unbedingt noch vor der Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse unterzeichnet werden und die ernsthaften Sanierungsbemühungen der ÖVAG unter Beweis stellen. Mit dieser Grundsatzerklärung ist der Verkauf der VBI (Bewertung bei etwa 700 Millionen Euro) allerdings noch nicht unter Dach und Fach. ÖVAG und Sberbank wollen den Verkauf bis zum Jahresendeabschließen.

Die österreichische Finanzaufsicht gibt sich mit diesem vorläufigen Verkauf der ÖVAG-Osteuropatocher zufrieden. "Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung", sagte Kurt Pribil, Vorstand der Aufsichtsbehörde FMA. Die Finanzmarktaufsicht begleite die Sanierung der ÖVAG schon länger, sie sei auf dem richtigen Weg.

Ewald Nowotny, Präsident der Nationalbank, bezeichnete das österreichische Bankensystem als stabil und widerstandsfähig. Die Erste Bank und die Raiffeisen Bank International, die anderen beiden großen Institute aus Österreich, hätten den Stresstest ohne Probleme überstanden.

Kommentare (2)

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Finanzexperte

16.07.2011, 03:52 Uhr

Die Volksbank ist praktisch pleite. Eine weitere Staatshilfe ist nicht denkbar. Die Kunden sind gut beraten ihr Geld abzuheben.

theola12

22.07.2011, 14:57 Uhr

Das kann nur jemand sagen der keine Ahnung von der Wirtschaft und Banksystemen hat.
Ein brav arbeitender Banker

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