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26.02.2004

07:57 Uhr

Wiesbadener setzen auf Mittelstandsgeschäft

R+V Versicherung erhöht Marktanteil

Die zum genossenschaftlichen Finanzverbund zählende R+V Versicherungsgruppe hat 2003 Jahr ihr Neugeschäft deutlich gesteigert. Die Beitragseinnahmen wuchsen um 7,6 % auf 7,4 Mrd. €. Die R+V – die Abkürzung steht für Raiffeisen und Volksbanken – habe in ihren Hauptsparten Marktanteile gewonnen, teilte das Unternehmen gestern bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für das Jahr 2003 mit.

cd DÜSSELDORF. Die Wiesbadener profitierten von der Nachfrage nach Vorsorgeprodukten. So stieg der Verkauf von Lebens- und Pensionsversicherungen um 6,6 % auf 3,3 Mrd. €. Die R+V gehört zum Spitzenquartett der Lebensversicherer in Deutschland, Marktführer ist hier die Allianz.

Erwartungsgemäß plädierte R+V-Chef Jürgen Förterer für einen Erhalt des Steuervorteils der Lebensversicherung. „Es ist ein absolut falsches Signal, die kapitalbildende Lebensversicherung zu besteuern“, sagte er. „Die Bürger müssen vielmehr in ihrer eigenverantwortlichen Vorsorge unterstützt werden.“

Die Versicherungslobby kämpft seit Monaten gegen den Wegfall der steuerlichen Begünstigung der kapitalbildenden Lebensversicherung, deren Aus die Bundesregierung bereits für das Jahr 2005 beschlossen hatte. Derzeit begünstigt der drohende Wegfall das Neugeschäft der Branche.

Bei der privaten Krankenversicherung gab es ein Plus von 21 % auf 106 Mill. €. Einen Dämpfer bekam der genossenschaftliche Versicherer wie auch die Konkurrenten bei der Riester-Rente. „Das Geschäft verlief enttäuschend“, heißt es. Die Zahl der verkauften Policen stieg zwar um 17 000 auf 80 000, blieb aber damit weit unter den Erwartungen. Dagegen entwickelte sich das Geschäft mit der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) deutlich besser. Die Neubeiträge stiegen um mehr als die Hälfte auf 113 Mill. €. Die R+V peilt hier in den nächsten Jahren zweistellige Wachstumsraten an. Der Versicherer richtet seinen Fokus auf die mittelständische Wirtschaft. Hier kooperiert die R+V im bAV-Geschäft mit rund 5000 mittelständischen Unternehmen, die teils mehr als 2 000 Beschäftigte haben. Bisher hätten rund 330 000 Arbeitnehmer individuell, also ohne Vermittlung ihres Arbeitgebers, eine Police abgeschlossen.

Nach dem Ausbleiben hoher Großschäden kehrt die R+V auch in der Schaden- und Unfallversicherung wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Die kombinierte Schaden-Kostenquote (Combined Ratio) sei im abgelaufenen Jahr wieder unter 100 % gesunken. Dies bedeutet, dass der Versicherer im versicherungstechnischen Kerngeschäft ohne Kapitalanlageergebnisse Geld verdient hat. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 105,2 %. Die Brutto-Beitragseinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft stiegen um 6,5 % auf 2,9 Mrd. €. Nach Stagnation konnten die Wiesbadener auch in der Kfz-Versicherung zulegen. Hier stiegen die Beitragseinnahmen um 6,6 % auf 1,3 Mrd. €. Impulse gab es von dem auf Firmenkunden spezialisierten Speditionsversicherer Kravag-Logistic.

Spitzenreiter beim Wachstum war allerdings die Kredit- und Kautionsversicherung. Als führender Bankenversicherer habe man die Chancen genutzt, die aus dem gestiegenen Absicherungsbedarf der Banken bei der Kreditvergabe entstanden seien. Im Rückversicherungsgeschäft gab es ein Plus der Beiträge um ein Prozent auf insgesamt 967,4 Mill. €.

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