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15.01.2004

13:35 Uhr

„Wir haben einen Buchgewinn gemacht“

Allianz gibt AMB-Generali-Anteil ab

Allianz hat ihren gesamten Anteil an Deutschlands drittgrößtem Erstversicherer AMB Generali verkauft. Die Aktien seien bereits Anfang der Woche am Markt platziert worden. Damit hat der größte deutsche Finanzkonzern sein Netz an Firmenbeteiligungen weiter abgebaut.

HB MÜNCHEN. „Wir haben den Anteil von 9,5 % an AMB Generali im Rahmen der aktiven Portfolio-Politik verkauft“, erläuterte ein Firmensprecher am Donnerstag in München. „Wir haben einen Buchgewinn gemacht“, fügte er hinzu, ohne die Höhe nennen zu wollen. Nach Reuters-Berechnungen ist das Paket am Markt rund 300 Mill. € wert. Zu Tiefstkursen vor knapp einem Jahr war es noch gut ein Drittel weniger. Die Allianz-Aktie stieg bis zum Vormittag um fast zwei Prozent auf 104,70 €, die im MDax notierten Titel der AMB sogar um fast vier Prozent auf 61,25 €.

Nachdem die Allianz in den vergangenen Jahren in Folge der Börsenkrise Mrd. auf Wertpapiere abschreiben musste, hat die Gesellschaft den Abbau von Beteiligungen eingeleitet und mit der Trennung von Randaktivitäten begonnen. So hatte die Allianz im Herbst 2003 für über vier Mrd. € 40 % am Hamburger Kosmetikunternehmen Beiersdorf an ein Konsortium um die Tchibo-Gruppe verkauft.

Die AMB Generali Holding in Aachen teilte mit, sie begrüße den Verkauf der Anteile am Aktienmarkt, weil dieser den Streubesitz bei der Aktie und damit deren Attraktivität für Anleger deutlich erhöhe. Ähnlich begründeten Händler den deutlichen Kursanstieg von AMB vom Donnerstag, da durch den gestiegenen Streubesitz indexorientierte Fonds zukauften.

Die Tatsache, dass der Markt mehr als fünf Mill. Aktien ohne Probleme aufgenommen habe, zeige das Vertrauen der Investoren, fügte der drittgrößte deutsche Versicherer hinzu. In Branchenkreisen hieß es, die Aktien seien breit gestreut worden, auch Fonds hätten gekauft. Aus Marktkreisen erfuhr Reuters, allein die Deutsche Bank habe eine Million Aktien zum Kurs von 58,75 € platziert.

Die Beteiligung, die in der Vergangenheit durch einen Allianz-Vertreter im AMB-Aufsichtsrat kontrolliert wurde, war wegen der Konkurrenzsituation der Firmen nicht unproblematisch. AMB Generali gehört zum italienischen Finanzkonzern Assicurazioni Generali, einem Wettbewerber der Allianz auf europäischer Ebene. In Deutschland kooperiert der Aachener Versicherer mit der Commerzbank, einem Konkurrenten der Allianz-Tochter Dresdner Bank.

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