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17.11.2012

15:10 Uhr

Wirtschaftskonferenz

Europa noch „mitten in der Krise“

Europa hat die Staatsschuldenkrise noch lange nicht überstanden. Das meint nicht nur Peer Steinbrück, sondern auch die Deutsche Bank. Der Konzern sieht sich selbst als Opfer der Krise – in Hinblick auf den Aktienkurs.

Die Doppelspitze der Deutschen Bank: Anshu Jain und Jürgen Fitschen. dapd

Die Doppelspitze der Deutschen Bank: Anshu Jain und Jürgen Fitschen.

Berlin, FrankfurtEuropa ist mit seiner Staatsschuldenkrise nach Auffassung der Deutschen Bank noch nicht über den Berg, auch wenn es Hoffnungszeichen gibt. „Wir sind noch mitten in der Krise. Wir sind noch nicht durch“, sagte der Co-Chef der Bank, Jürgen Fitschen, bei einem gemeinsamen Auftritt mit seinem Kollegen Anshu Jain am Samstag bei einer von der „Süddeutschen Zeitung“ organisierten Wirtschaftskonferenz in Berlin. Allerdings seien in jüngster Zeit von den Politikern des Kontinents wichtige Entscheidungen getroffen worden. Sie darauf hoffen, dass die Krise Schritt für Schritt überwunden werde. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hingegen warnte vor neuen Marktunsicherheiten.

Die Deutsche Bank selbst sehen ihre beiden Chefs mit ihrem relativ niedrigen Aktienkursniveau ein Stück weit als Opfer der Staatsschuldenkrise. Sein Haus und dessen Bewertung an den Märkten seien eng mit der Lage in Europa verbunden. Das bedeute aber auch, dass Fortschritte bei der Bekämpfung der Krise auch der Deutschen Bank zugutekämen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir bald davon profitieren werden“, sagte Fitschen. „Wir profitieren davon, wenn Europa aus dieser Lage herauskommt.“

Fitschen kritisierte, Europa sende unscharfe und unterschiedliche Signale an die internationalen Partner und die Märkte. Wünschenswert wäre, wenn eine klare und glaubwürdige Sichtweise aus Europa vermittelt würde. „In dem Moment, wenn die richtigen Signale gegeben werden, wird der Markt positiv reagieren.“ Jain betonte, die Bank sei grundsätzlich auf alle Eventualitäten nicht nur in Europa eingestellt und reaktionsfähig. Noch seien die Europäer nicht optimal aufgestellt und hätten schmerzhafte Anpassungen vor sich. „Es gibt immer noch Risiken“, sagte Jain.

Jain und Fitschen wandten sich gegen Vorschläge, wie sie auch von Ex-Finanzminister Peer Steinbrück kommen, das Universalbankensystem in Deutschland aufzugeben. Das wäre nicht im Interesse gerade der professionellen Kunden der Bank, würde Ineffizienzen mit sich bringen und könnte die deutschen Banken weltweit im Wettbewerb zurückwerfen. Jain sprach von einer rein europäischen Debatte. Profitieren würden von einem solchen Weg die angloamerikanischen, aber auch die asiatischen Finanzinstitute. Jain forderte zudem, Deutschland müsse sich entscheiden, ob es global wettbewerbsfähige Banken haben wolle oder nicht.

Kommentare (9)

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Ichbinsdoch

17.11.2012, 14:06 Uhr

Die "Krise" fängt gerade erst an in ganz Europa.
Aber die "Krise" wird umschlagen und sich gegen die Verursacher, den Politikern, Finanzmafiosis und Konsorten wenden.
Genau davor kriegen die da Oben nun Panik, ersten kleinen Flammen konnte man die Tage schon sehen.
Wird Zeit das das Volk in Europa Flächenbrand-artig den ganzen Moloch da oben, ikl Handlanger der EU zu Teufel jagen

nobum

17.11.2012, 14:15 Uhr

Viele Grüße an Deutsche Bank und an Herrn Sinn,

"Irland entwickelt sich mehr und mehr zum Musterknaben. Die Nordeuropäer haben am Donnerstag den Kapitalmarkt erneut erfolgreich getestet. Einen Tag nach der Anhebung des Kreditausblicks Irlands auf stabil durch die Ratingagentur Fitch brachte die Finanzagentur des Landes dreimonatige Schatzwechsel problemlos am Markt unter."
siehe: http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887324556304578120611100959412.html

Account gelöscht!

17.11.2012, 16:03 Uhr

"Europa ist mit seiner Staatsschuldenkrise nach Auffassung der Deutschen Bank noch nicht über den Berg, auch wenn es Hoffnungszeichen gibt."

Welche Hoffnungszeichen? Meiner Meinung nach sind wir noch nicht einmal auf dem Gipfel der Krise angekommen.

"Er sei überzeugt, dass bei einem Austritt aus dem Währungsraum andere Länder folgen würden."

Damit hat Steinbrück sicher recht. Griechenland würde es mit eigener Währung relativ schnell deutlich besser gehen, was einem Todesurteil für die EU gleich käme. Und das muss mit allen Mitteln verhindert werden. EU-Bürokraten auf Hartz4 Niveau, das geht ja mal gar nicht. Lieber blutet man die Bürger bis aufs Letzte aus.

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