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15.01.2010

10:31 Uhr

Zahlen von JP Morgan

Die große Angst der Banken vor dem Einbruch

VonRolf Benders, Peter Köhler, Michael Maisch, Torsten Riecke

Die Zeiten werden wieder schwieriger für die Großbanken weltweit: 2009 verhalfen die Gewinne an den Märkten den Großbanken zu einer Erholung. Nun gehen die "guten Zeiten" weltweit zu Ende. Obwohl eine Reihe von Instituten in den nächsten Wochen teilweise spektakuläre Gewinnsteigerungen für das vergangenen Jahr ausweisen werden, machten sich die Kundenzurückhaltung und der Margendruck bereits im vierten Quartal bemerkbar.

JP-Morgan-Zentrale in New York. Nach der marktbedingten Erholung drohen nun magerere Zeiten. Quelle: ap

JP-Morgan-Zentrale in New York. Nach der marktbedingten Erholung drohen nun magerere Zeiten.

NEW YORK/FRANKFURT/LONDON/ZÜRICH. Hatten sich viele 2009 vor allem Dank der Gewinne aus Aktien- und Rentengeschäften erstaunlich schnell aus der Krise gekämpft, drohen diese Erlösquellen nun weniger stark zu sprudeln. "Wir gehen davon aus, dass im vergangenen Quartal die Einnahmen aus dem Rentengeschäft im Schnitt um 27 Prozent und im Aktienhandel um elf Prozent gegenüber dem dritten Quartal zurückgehen werden", schätzt Kian Abouhossein, Analyst bei JP Morgan. Bei einigen könne der Rentenhandel sogar um 36 Prozent einbrechen.

Nur kurze Zeit nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers im Herbst 2008 meldeten vor allem Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft kräftig steigende Gewinne. Grund dafür war die überraschende Erholung der Kapitalmärkte die vor allem von der Liquidität profitierten, die die Zentralbanken und Regierungen ins Finanzsystem pumpten. Vor allem im Geschäft mit Anleihen, Devisen, Derivaten und Rohstoffen verdienten viele Institute wieder gutes Geld, dank höherer Margen und nachlassendem Konkurrenzdruck. Doch diese Sonderfaktoren werden nach Einschätzung der Analysten der Citigroup allmählich auslaufen. Dazu kommen die Kosten der schärferen Regulierung nach der Finanzkrise, wie die Bildung höherer Kapitalreserven. Selbst das erwartete Anziehen des Geschäftes für Fusionsberatung oder Aktienplatzierungen kann das vorerst nicht auffangen.

Bei einer Umfrage des britischen Unternehmerverbandes CBI zeigten sich 83 Banken in der Londoner City so pessimistisch wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 nicht mehr. "Der Erholungstrend in der Branche ist bedroht", warnt Ian McCafferty, Chefvolkswirt des CBI. Die Banken fürchteten, dass das Geschäftsvolumen in den nächsten Monaten schrumpfen und sich die Ertragslage nicht weiter verbessern werden.

Kommentare (1)

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Weltenbummlerin

20.01.2010, 10:03 Uhr

Die armen banker. Die Manager befürchten, dass die boni etwas geringer ausfallen könnten. Kapiert der Staat denn nicht, dass seine Hilfe wieder benötigt wird? Die Lobby wird es schon noch richten.

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