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24.06.2011

10:43 Uhr

Zahlen zur Branche

Düstere Aussichten für das Investment-Banking

Investment-Banking ist in Deutschland ein lohnendes Geschäft. Die Institute verdienten im ersten Halbjahr 2011 deutlich mehr als noch im Vorjahr. Doch die Aussichten für die Geschäfte werden schlechter.

Die Skyline von Frankfurt am Main: Das Investment-Banking läuft gut. Quelle: dapd

Die Skyline von Frankfurt am Main: Das Investment-Banking läuft gut.

FrankfurtSeit vier Quartalen in Folge steigen die Gebühren, die die Banken mit den Platzierungen von Aktien und Anleihen sowie aus dem Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) einstreichen. Weltweit sind die Gebühreneinnahmen der Banken dagegen das zweite Quartal in Folge gesunken.

Im ersten Halbjahr verdienten die Investmentbanken mit dem Deutschland-Geschäft 1,6 Milliarden Dollar – 44 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010 (siehe „Führende Banken“). Das zeigt sich in Daten, die der Informationsdienst Thomson Reuters exklusiv für das Handelsblatt berechnet hat. „Deutschland ist wirtschaftlich stark, und das spiegelt sich auch im Investment-Banking wider“, sagt Leon Saunders Calvert von Thomson Reuters. Trotzdem könne sich auch Deutschland der steigenden Nervosität an den Märkten nicht entziehen.

Führende Banken: Aktienemissionen

Platz 1

Auch bei den Aktienemissionen ist die Deutsche Bank spitze: Das Volumen betrug 1739 Millionen Dollar.

Platz 2

Der ehemalige Spitzenreiter Goldman Sachs rutscht mit einem Volumen von 1508 Millionen Dollar auf den zweiten Platz.

Platz 3

JP Morgan behält mit einem Volumen von 1187 Millionen Dollar seinen dritten Rang.

Platz 4

Barclays schraubt sich mit einem Volumen von 951 Millionen Dollar auf den vierten Platz (zuvor Platz 12).

Platz 5

Auch Credit Suisse macht einen Sprung nach oben: Die Bank schiebt sich mit einem Volumen von 750 Millionen Dollar von Platz 9 auf Platz 5.

Platz 6

Societe Generale belegt den sechsten Platz mit einem Volumen von 437 Millionen Dollar.

Platz 7

Die Commerzbank hüpft vom sechzehnten auf den siebten Platz. Das Volumen: 373 Millionen Dollar.

Platz 8

Unicredit zieht mit einem Volumen von 320 Millionen Dollar wieder in die Top Ten ein.

Platz 9

Der neunte Rang ist für Morgan Stanley mit einem Volumen von 290 Millionen Dollar reserviert.

Platz 10

Die Bank of America Merrill belegt den zehnten Platz mit einem Volumen von 275 Millionen Dollar.

Führende Banken: Anleihe-Emissionen

Platz 1

Bei den Anleiheemissionen verdrängt Unicredit die Deutsche Bank mit einem Volumen von 18,98 Milliarden Dollar vom Thron.

Platz 2

Die Deutsche Bank erreicht ein Volumen von 17,96 Milliarden Dollar.

Platz 3

HSBC verharrt auf dem dritten Platz mit einem Volumen von 17,03 Milliarden Dollar.

Platz 4

Barclays macht einen Platz gut und belegt mit einem Volumen von 13,17 Milliarden Euro den vierten Platz.

Platz 5

JP Morgan hat mit Barclays den Platz getauscht. Das Volumen: 11,31 Milliarden Dollar.

Platz 6

Die DZ Bank kommt mit einem Volumen von 11,09 Milliarden Dollar auf den sechsten Rang.

Platz 7

Die Commerzbank verschlechtert sich um einen Platz. Das Volumen: 10,39 Milliarden Dollar.

Platz 8

Auch Goldman Sachs ist in den Top Ten wieder vertreten. Das Volumen betrug 10,36 Milliarden Dollar.

Platz 9

LBBW kann ein Volumen von 10,23 Milliarden Dollar vorweisen. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 10

Die Citi belegt mit einem Volumen von 8,45 Milliarden Dollar den zehnten Platz.

Das zeigt sich vor allem bei Börsengängen. Am Mittwoch sagte die Münchener Immobilienfirma Prime Office ihren Börsengang ab. Damit haben seit Jahresanfang 16 europäische Unternehmen ihre Börsenpläne auf Eis gelegt. Laut Bankern ist der Markt derzeit dicht. Die Furcht der Investoren, sich auf neue Unternehmen an den Aktienmärkten einzulassen, ist angesichts der sich zuspitzenden Probleme um Griechenland zu groß. Selbst im erfolgsverwöhnten Hongkong läuft der Börsengang des italienischen Modehauses Prada nur schwierig an. Der Konzern setzte den Ausgabepreis für seine Aktien gestern wegen schwacher Nachfrage mit 39,50 Dollar am unteren Ende der anvisierten Preisspanne fest.

Auch die Aussichten für Kapitalerhöhungen haben sich verschlechtert. Das ist schlecht für die Investmentbanken, die im zweiten Quartal bei Aktienemissionen vor allem an der Mega-Kapitalerhöhung der Commerzbank verdienten. Das Institut hatte im April und Anfang Juni am Markt mehr als acht Milliarden Euro über neue Aktien eingesammelt. In der zweiten Jahreshälfte, so einige Banker hinter vorgehaltener Hand, könnte die Unsicherheit am Kapitalmarkt große Kapitalerhöhungen erheblich erschweren.

Führende Banken: Fusionen und Übernahmen

Platz 1

Die Deutsche Bank ist vom zweiten Platz im Vorjahreszeitraum nun auf die Spitzenposition geklettert. Das Volumen betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres 19,78 Milliarden Dollar.

Platz 2

Morgan Stanley hat einen gewaltigen Satz nach oben gemacht. 16,79 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei Fusionen und Übernahmen im ersten Halbjahr, statt Platz 12 macht das Platz 2.

Platz 3

Goldman Sachs bleibt mit einem Volumen von 11,41 Milliarden Dollar unverändert auf dem dritten Platz.

Platz 4

Rothschild springt von acht auf vier. Das Volumen betrug 9,72 Milliarden Dollar.

Platz 5

JP Morgan rutscht von Platz 4 auf Platz 5. Das Volumen betrug 8,89 Milliarden Dollar.

Platz 6

Perella Weinberg belegt mit einem Volumen von 8,69 Milliarden Dollar den sechsten Platz.

Platz 7

Macquarie liegt mit einem Volumen von 8,15 Milliarden Dollar auf dem siebten Rang.

Platz 8

Lazard fällt mit einem Volumen von 6,27 Milliarden Dollar von sieben auf acht.

Platz 9

Credit Suisse rauscht von der Top-Position auf den neunten Platz. Das Volumen betrug 5,65 Milliarden Dollar.

Platz 10

Die Citi gleitet von sechs auf zehn mit einem Volumen von 5,28 Milliarden Dollar.

Führende Banken: Gebühren Investment-Banking

Platz 1

Bei den Gebühren fürs Investment-Banking liegt die Deutsche Bank mit einem Volumen von 100,6 Millionen Dollar weiterhin vorne.

Platz 2

JP Morgan macht einen kleinen Satz vom dritten auf den zweiten Platz. Das Volumen: 68,9 Millionen Dollar.

Platz 3

HSBC belegt mit einem Volumen von 48,5 Millionen Euro den dritten Platz.

Platz 4

Die Commerzbank verbessert sich leicht von Rang sechs auf vier mit einem Volumen von 45,2 Millionen Dollar.

Platz 5

Unicredit landet mit 42,8 Millionen Dollar auf dem fünften Platz (zuvor Platz 9).

Platz 6

Morgan Stanley klettert von elf auf sechs mit einem Volumen von 41,3 Millionen Dollar.

Platz 7

Die Royal Bank of Scotland belegt den siebten Platz. Das Volumen betrug 36,5 Millionen Dollar.

Platz 8

Barclays konnte sich mit einem Volumen von 31,8 Millionen Dollar nicht auf dem siebten Platz halten.

Platz 9

30,5 Millionen Dollar waren es bei der LBBW, das reicht für einen Sprung in die Top Ten (vorher Platz 18).

Platz 10

Goldman Sachs rutscht mit 29,9 Millionen Euro vom zweiten auf den zehnten Platz.

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