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02.12.2014

03:38 Uhr

Zahltag an der Wall Street

Banker-Boni aus Krisen-Ära bringen fette Gewinne

Die Bonus-Kultur an der Wall Street hat sich durch Finanzkrise und Rezession verändert: Statt Bargeldspritzen gibt es nun Aktien mit Haltefrist. Banker freute das zuerst gar nicht - jetzt reiben sich viele die Hände.

Banker bei Goldman Sachs dürfen sich über unerwartet hohe Boni freuen: Bei Citigroup, Bank of America oder Morgan Stanley sieht es ähnlich aus. Reuters

Banker bei Goldman Sachs dürfen sich über unerwartet hohe Boni freuen: Bei Citigroup, Bank of America oder Morgan Stanley sieht es ähnlich aus.

New YorkEs war als Mäßigung gedacht, doch jetzt profitieren die Banker der Wall Street umso mehr: Nach der Finanzkrise wurden viele Boni unter Vorbehalt gestellt - statt in Barem bezahlten die Investmentbanken ihre Finanzprofis in Aktien, die erst nach Jahren zu Geld gemacht werden durften. Damals war die Empörung groß, doch nach einem am Montag veröffentlichten Bericht des Fachblatts „Crain's New York Business“ hat sich die Wartezeit gelohnt.

In den nächsten Wochen laufen demnach viele Haltefristen für aufgeschobene Boni aus und die Aktienkurse sind seit den Krisen-Tiefständen kräftig gestiegen. Die Sondervergütungen fallen also viel höher aus, als wären sie seinerzeit direkt ausgezahlt worden. „Die Aktien-Prämien der Krisen-Ära haben sich in Gold verwandelt“, sagte Alan Johnson von der Beratungsfirma Johnson Associates „Crain's“.

Das war nicht unbedingt so geplant: Die Banken wollten mit der veränderten Boni-Strategie in der Krise ihre Cash-Reserven beisammenhalten und sich gegen eine weitere Zuspitzung der Krise schützen. Mit einem weiteren Sinken ihrer Aktienwerte wären auch die Boni ihrer Angestellten zusammengeschmolzen. Zum Vergleich: Vor der Krise wurden laut „Crain's“ 25 Prozent der Boni an der Wall Street mit Haltefrist versehen, heute 75 Prozent.

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Bei den Bankern kam dieser neue Kurs zunächst überhaupt nicht gut an. „Die Leute schrien Zeter und Mordio“, erinnert sich Experte Johnson. „Sie haben gerufen: „bezahlt mich jetzt!““ Das dürften die Banker nun anders sehen. Bei der führenden US-Investmentbank Goldman Sachs beispielsweise wurden dem Artikel nach 2009 Aktienboni im Wert von 3,6 Milliarden Dollar ausgereicht, die ab Januar verkauft werden dürfen. Über die Dauer der Haltefrist hinweg wurde ein Kursplus von 40 Prozent verzeichnet.

Bei Citigroup, Bank of America oder Morgan Stanley sieht es ähnlich aus. Doch auch trotz der aufgeschobenen Vergütungen, die nun fällig werden, sind insgesamt keine großen Sprünge bei der diesjährigen Bonusrunde zu erwarten. Laut einer Studie von Johnson Associates müssen sich Aktien- und Anleihenhändler sogar auf ein Minus von bis zu zehn Prozent zum Vorjahr einstellen. Nur Fusionsberater und Private-Equity-Spezialisten können große Zuwächse erwarten.

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Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Josef Schmidt

02.12.2014, 09:48 Uhr

Fette Bonis für die erfolgreichen Banker. Gewinne sprudeln überall die Wirtschaft floriert in USA immer weniger Arbeitslose.

Ebenfalls der grösste Erfolg von Obama sind die 18 Billionen Schulden der USA. Allein Obama hat die Verschuldung der USA um 70% erhöht.

Macht nix die Rechnung zahlen eh die Anderen.

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