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23.02.2017

16:38 Uhr

Zahlungsdienstleister

Staatsanwaltschaft nimmt Handel mit Wirecard-Aktien ins Visier

Der Zahlungsdienstleister Wirecard kommt nicht zur Ruhe. Vor wenigen Tagen hatte ein Medienbericht die Aktie abstürzen lassen. Nun ermittelt auch noch die Staatsanwaltschaft wegen Handelsaktivitäten mit Aktien der Firma.

Zu den Partnern von Wirecard zählt unter anderem Mastercard. obs

Bargeldloses Geldgeschäft

Zu den Partnern von Wirecard zählt unter anderem Mastercard.

MünchenDie Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen dubioser Handelsaktivitäten mit Aktien des Technologieunternehmens Wirecard. Nach einer Anzeige der Finanzaufsicht Bafin sei bereits im vergangenen Mai ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Verdächtige eingeleitet worden, erklärte ein Behördensprecher am Donnerstag. Wirecard sei nicht darunter. Das Verfahren dauere an.

Die Wirecard-Aktie war im Februar vorigen Jahres zeitweise um ein Viertel eingebrochen, nachdem im Internet Betrugs- und Geldwäschevorwürfe gegen das Unternehmen erhoben worden waren. Als Autor der Publikationen trat die bis dahin unbekannte Firma Zatarra Research & Investigations auf. Deren Webseite war seinerzeit nur wenige Tage vor der Attacke eingerichtet worden. Zatarra hat sich seither mit keinem anderen Thema außer Wirecard befasst, seit März 2016 ist die Webseite nicht mehr aktualisiert worden. Wirecard hat die von Zatarra erhobenen Betrugsvorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

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Zocken wie „The Wolf of Wall Street“? Vor gut einem halben Jahr attackierten Spekulanten die Aktie des Zahlungsabwicklers, der Kurs von Wirecard brach drastisch ein. Doch die Lage hat sich komplett gedreht.

Die Aktie des Zahlungsdienstleisters aus der Nähe von München unterliegt immer wieder starken Kursauschlägen im Zusammenhang mit Meldungen. Erst am Mittwoch waren die Titel zeitweise um acht Prozent abgesackt, nachdem das „Manager Magazin“ über eine „ominöse Forderungsposition“ in der vor knapp einem Jahr veröffentlichten Bilanz für 2015 berichtet hatte. Eine als Forderungen verbuchte Summe von rund 250 Millionen Euro habe weder vom Unternehmen noch von Analysten erklärt werden können, hieß es. Die Forderungen seien „unecht“. Das Unternehmen aus Aschheim bei München wies den Bericht als unbegründet zurück, die durchlaufenden Posten in der Bilanz seien altbekannt. Die Bafin erklärte, sie prüfe den Vorgang routinemäßig.

Wirecard wurde in den vergangenen Jahren mehrmals mit teils anonym erhobenen Vorwürfen über angebliche Verfehlungen und Ungereimtheiten konfrontiert. Die Anschuldigungen, die wiederholt mit Abstürzen der Aktie verbunden waren, verliefen bisher stets im Sande. Das Unternehmen wies die Vorwürfe regelmäßig zurück und sprach sogar von möglicher Kursmanipulation. Im Zuge dessen schaltete sich auch die Finanzaufsicht Bafin ein.

Wirecard wickelt weltweit für Internethändler, klassische Läden und Telekomfirmen den bargeldlosen Zahlungsverkehr ab und kassiert dafür Gebühren. Das Unternehmen profitiert vom Trend zum Bezahlen über Smartphones und klassische Internetanwendungen. Zu den Partnern zählen Mastercard und die Deutsche Telekom.

Von

rtr

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