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28.01.2011

00:59 Uhr

Zeitmangel

WestLB steuert immer deutlicher auf Zerschlagung zu

Es sind nur noch drei Wochen bis zu den schicksalshaften Verhandlungen mit der EU-Kommission - da sich bisher keine tragfähige Lösung gefunden hat, sieht die nordrhein-westfälische Landesbank selbst intern kaum noch Optionen.

Nach Sitzung des Lenkungsrates: in der Zentrale der WestLB nimmt die Verzweiflung zu. Quelle: dpa

Nach Sitzung des Lenkungsrates: in der Zentrale der WestLB nimmt die Verzweiflung zu.

HB DÜSSELDORF. Die angeschlagene WestLB steuert Finanzkreisen zufolge wohl auf eine Aufspaltung zu. Innerhalb der vorgegebenen Frist dürfte sich keine Lösung für das gesamte Institut finden lassen, sagten am Donnerstag zwei mit der Bank vertraute Personen. „Nur mit zusätzlicher Zeit, könnte eine Aufteilung verhindert werden“, sagte eine der beiden.

Der mächtige WestLB-Lenkungsausschuss kam den Kreisen zufolge am Abend zusammen, um über eine Lösung für die Bank zu diskutieren. Dem Gremium gehört neben Vertretern des Landes, der Sparkassen und des Bundes auch der Anwalt und ehemalige CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz an. Er sucht nach neuen Eignern für die Bank.

Die Eigner der Bank ringen unter großem Zeitdruck um die Zukunft der WestLB, da die EU-Kommission ihnen einen engen Zeitplan gesteckt hat: Bis zum 15. Februar muss ein neuer Umbauplan in Brüssel vorliegen, bis zum Jahresende müssen neue Eigner gefunden werden.

Mit welchem Vorschlag die Bank dann bei der EU-Kommission anklopft, steht damit noch immer in den Sternen. Klar ist allerdings, was passiert, wenn Bund, Bank und ihre Eigentümer gar keinen Vorschlag machen: EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat deutlich gemacht, dass er in dem Fall die rund 3,4 Milliarden Euro an Beihilfen, die die WestLB erhalten hat, als unzulässig bewertet und ihre Rückzahlung fordert. Das wäre das Ende der Bank.

Merz hatte Mitte Januar erklärt, vier Interessenten hätten ein Auge auf die Bank mit ihren noch knapp 5000 Mitarbeitern geworfen. Bis zum 11. Februar müssten sie konkrete Angebote vorlegen. Analysten bezweifeln jedoch, dass sich die Bank als Ganzes verkaufen lässt. Sie gehen vielmehr von einer Aufteilung aus.

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