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29.06.2015

00:44 Uhr

Zeitungsbericht

Bundesbank hat gegen EZB-Beschluss gestimmt

Medien zufolge hat die Bundesbank den Beschluss der EZB, die Notfallkredite für griechische Banken auf dem jetzigen Niveau zu erhalten, nicht mitgetragen. Der Bundesbank-Präsident gilt als Gegner der Notfallkredite.

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, soll gegen die Beibehaltung der EZB-Notfallhilfen in bisherigem Umfang gestimmt haben. dpa

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, soll gegen die Beibehaltung der EZB-Notfallhilfen in bisherigem Umfang gestimmt haben.

BerlinBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat einem Zeitungsbericht zufolge gegen den EZB-Beschluss gestimmt, die Notfallkredite für griechische Geldhäuser vorerst aufrecht zu erhalten. Es habe zwar eine große Mehrheit im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) gegeben, berichtete "Die Welt" am Sonntagabend und berief sich dabei auf Notenbankkreise. Neben dem griechischen Zentralbankchef Yannis Stournaras habe aber Weidmann seine Zustimmung verweigert.

Ein Bundesbank-Sprecher wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Bericht äußern.

Weidmann gilt seit längerem als scharfer Gegner der Notfallkredite. Er kritisiert, dass Hellas-Institute mit den Geldern immer wieder griechische Staatspapiere mit kurzen Laufzeiten - sogenannte T-Bills - kaufen, wenn Vorgängerbonds fällig werden. Weidmann zufolge ist damit die Grenze zur verbotenen Staatsfinanzierung erreicht.

Nach den gescheiterten Verhandlungen im Schuldenstreit entschied die EZB am Sonntag, den griechischen Instituten über die Zentralbank in Athen weiter solche Notkredite zu gewähren. Allerdings wurde das Volumen nicht mehr aufgestockt - und damit der Druck erhöht, weil die Bank-Kunden im Land angesichts der drohenden Staatspleite seit Tagen ihre Konten räumen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

29.06.2015, 09:52 Uhr

Diese Haltung ist die logische Konsequenz zu vorausgegangenen Erklärungen. Beachtlich ist lediglich, dass Deutschland mit einer hundertfachen Haftung von Luxemburg weniger Gewicht in der EZB hat als Luxemburg.

Es geht im Thema nicht nur um Griechenland, sondern auch um andere "Geburtsfehler" einschließlich der Verdrahtung von Politik und EZB. Nun gilt es die richtigen Schlüsse aus dem Desaster zu ziehen und die Korrekturen einzuleiten.

Letztlich geht es auch um Politiker und "Berater", die ihre Entscheidung inhaltlich nicht überblicken können, ob die weiterhin in solch wichtige, gravierende Prozesse eingebunden werden dürfen oder in die Hände von Fachkundigen gelegt werden müssen.

Ein weiterer Geburtsfehler ist auch darin zu sehen, ob Herrschaften in leitende Funktionen der EZB gelangen können, die zuvor, wie wir heute wissen, in betrügerischer Absicht den Griechen den Zugang zum Euro verschafften?

Herr Rudolf Ott

29.06.2015, 10:09 Uhr

Erinnern wir uns an einen Finanzminister Theo Waigel? - Maastricht-Verträge - Es wurde uns vorgegaukelt die EZB wäre eine Art Bundesbank. Entsprechende Verträge wurden abgeschlossen. - Wir glauben an Verträge, zumindest der "kleine Mann". Aber hier wird in einer anderen Liga gespielt. Die Entscheidungen in der EZB fallen mehrheitlich. Dass der Italiener DRAGHI nicht dasselbe Selbstverständnis der UNABHÄNGIGKEIT einer Notenbank haben kann, ergibt sich aus seiner Vita. In Italien und nicht nur dort, war die Notenbank immer für die Staatsfinanzierung gut. Mentalitäten ändern sich kaum... Und dann war da noch das politische Ziel der Wiedervereinigung: Deutschland muss zumindest wirtschaftlich geschwächt werden. Das geht am besten über die EZB und den Abstimmungsmodus - ein Land - eine Stimme und schon ist klar, wer die größten Lasten zu schultern hat. - Das haben Kohl (ich bin Politiker und kein Ökonom, sagte er zu Blessung) und Waigel gewusst.

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