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14.12.2011

10:23 Uhr

Zeitungsbericht

Europäische Banken trennen sich von US-Kunden

Europäische Banken trennen sich wegen verschärfter Auskunftspflichten bei Wertpapiergeschäften in den USA von mehreren Tausend amerikanischen Kunden.

Die Deutsche Bank hat bereits Mitte 2011 Depots von US-Staatsbürgern gekündigt. Reuters

Die Deutsche Bank hat bereits Mitte 2011 Depots von US-Staatsbürgern gekündigt.

HamburgDeutsche und europäische Banken sortieren einem Zeitungsbericht zufolge wegen verschärfter Meldepflichten in den USA einen Teil ihrer amerikanischen Kunden aus. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ (Mittwoch) haben die Deutsche Bank und die zur italienischen Unicredit gehörende HypoVereinsbank US-Kunden deren Wertpapierdepots gekündigt. Davon betroffen seien mehrere Tausend Depotinhaber.

Ausländische Banken in den USA müssen den Finanzbehörden seit diesem Jahr sehr viel umfangreicher über die Wertpapiergeschäfte ihrer Kunden Auskunft erteilen als zuvor. Damit wollen die USA Steuerschlupflöcher schließen. Der bürokratische Aufwand für die Institute ist laut dem Bericht so hoch, dass immer mehr europäische Banken lieber auf ihre US-Kunden verzichten.

Die HypoVereinsbank teilte ihren Kunden laut Zeitung mit, dass ab 1. Januar keine Wertpapierdienstleistungen mehr für Kunden mit Wohnsitz in den USA oder US-Nationalität angeboten werden. Bestehende Depots werden zum Jahresende gekündigt.

Die Deutsche Bank erklärte, dass bereits zur Jahresmitte 2011 die Depots von US-Staatsbürgern gekündigt wurden. Ebenfalls bereits im Sommer hatten sich die britische HSBC und die Credit Suisse aus dem grenzüberschreitenden Geschäft mit US-Kunden zurückgezogen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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USresident

14.12.2011, 20:27 Uhr

Habe leider diese Erfahrung machen müssen, da ich lediglich für 3 Jahre in den USA bin. Ausgewichen bin ich auf die Postbank, die (noch) US-Kunden akzeptiert. Leidensgenossen können auch mal bei der WGZ bzw. DZ nachfragen!

hhaff

28.12.2011, 19:18 Uhr

Ich habe seit 35 Jahre ein Konto bei der ehemaligen Bayerischen Vereinsbank, jetzt Hypovereinsbank/Unibank. Ich habe in Deutschland 14 Jahre teilzeitig als Sozialarbeiterin gearbeitet und da 2 Kinder erzogen. Da ich eine kleine BfA Altersrente bekomme und noch Familie und Freunde besuche, liess ich ein Teil meine Ersparnissse auch da. Ende Oktober bekam ich ein e-mail:"Wir kuendigen Ihr Depot zum 31.12.2011." Es verschaerfen sich die Reportingpflichten der Baenken gegenueber den US-Finanzbehoerden.
Aber es stellte sich heraus dass 2 Monate nicht ausreicht um Alternative zu finden.Eine mehrtaegige Telefon- und Internetsuche entstand. Es existiert in Deutschland kaum noch eine Bank die bereit sei, fuer nicht-deutsche Kuenden im Ausland ein Konto aufzumachen.
Die Deutsche Kreditbank DKB schien die einzige Moeglichkeit zu sein.Noch einige Tage vergingen mit Dokumentierung, Bankunterschriften,dann alles unterschrieben und mit der Post schicken. Heute, 28.12.11 bekam ich gute Nachrichten von der DKB - mein Konto ist geoeffnet. Es komme alles notwendig in einige Tage mit der Post.

Aber es dauert wahrscheinlich wieder ein Monat bis ich bei der DKB ein Depot aufmachen kann,und in 3 Tage uebergibt die HVB meine Fonds und Bundesschatzbriefe dem Amtsgericht.
Nach weitere Internetssuche fand ich die Hinterlegungsstelle des Amtsgericht Muenchens. Vielliecht koennte ich meine 2 Fonds und die Bundesschatzbriefe(F.1.5.2012) da abholen.
Die Beamtin am Telefon kannte meine Lage genauestens aus. Sie und ihre Mitarbeiter erleben eine Woge von Wertpapiere von amerikanische Depotkuenden Deutsche Banken. So was aufzuheben sei sehr aufwendig und arbeitsintensiv. Es koennte ein halbes Jahr dauern, mit Kosten zwischen 20 und 2000 Euro (fuer 15.000 in Wertpapiere.)
Ich lies alles gleich verkaufen. Aber die HVB teilt jetzt mit: sie duerfen in einem Monat nur 5000 Bundesschaatzbriefe zurueckschicken. Also wandern die andere Haelfte doch zur ueberforderten Amtsgerichtsbeamtin.

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