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27.06.2015

02:36 Uhr

Zinsmanipulation

Jain soll falsche Angaben gemacht haben

Der Co-Chef der Deutschen Bank soll der Bundesbank gegenüber wissentlich falsche Angaben im Zuge der Ermittlungen wegen manipulierter Zinssätze gemacht haben. Die Deutsche Bank weist dies zurück.

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, soll einem Zeitungsbericht zufolge falsche Angaben zum Libor-Skandal gemacht haben. Reuters

Hat Jain gelogen?

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, soll einem Zeitungsbericht zufolge falsche Angaben zum Libor-Skandal gemacht haben.

FrankfurtDer scheidende Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, soll einem Medienbericht zufolge bei den Untersuchungen zur Manipulation wichtiger Zinssätze womöglich bewusst ungenaue Angaben gegenüber der Bundesbank gemacht haben. Die "Finanical Times" (FT) berichtete am Freitagabend auf ihrer Internet-Seite, dies gehe aus einem vertraulichen Bericht der deutschen Finanzaufsicht BaFin hervor. Die Bonner Behörde wollte sich dazu nicht äußern, die Bundesbank war zunächst nicht erreichbar. Deutschlands größtes Geldhaus wies den Vorwurf zurück, Jain habe die Bundesbank in die Irre geführt.

Dem Zeitungsbericht zufolge spricht sich die BaFin für Sondermaßnahmen bei der Aufsicht der Deutschen Bank aus. Was dies bedeuten könnte, war zunächst aber unklar. Jain, der Ende Juni sein Amt aufgibt, soll laut FT 2012 bei einem Gespräch mit der Bundesbank ungenaue Angaben gemacht haben.

„Ich habe mit Erstaunen erfahren, dass die Ansicht herrscht , dass die Anhörung durch die BaFin das Management der Deutschen Bank freigesprochen hat, besonders Herr Jain, und dass keine Maßnahmen der Bankenaufsicht erwartet werden“, schreibt Frauke Menke, zuständig für Großbanken bei der BaFin, in einem Bericht, aus dem die Financial Times zitiert. „Ich möchte Ausdrücklich klar machen, dass dies nicht korrekt ist.“ Menke wird weiterhin mit den Worten zitiert: „Ich sehe die Verfehlungen wegen derer Herr Jain beschuldigt wird als schwerwiegend.“ Jain habe ein Umfeld geschaffen, „dass eine Ausnutzung von Interessenskonflikten förderte.“

Die Deutsche Bank teilte mit, der BaFin-Bericht bestätige, dass kein jetziges oder früheres Mitglied aus dem Vorstand oder dem erweiterten Führungszirkel die Manipulation von Zinssätzen angeordnet oder von entsprechenden Versuchen vor Mitte 2011 gewusst habe, als erste Verfehlungen durch eine Untersuchung der Bank ans Licht gekommen seien. Der Vorwurf gegen Jain entbehre jeder Grundlage.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Klaus Hofer

29.06.2015, 20:28 Uhr

Man wird das Ergebnis der Untersuchungen der BaFin mit Interesse abwarten müssen.

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