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17.07.2012

15:11 Uhr

Zinsmanipulationen

Britische Finanzaufsicht weist Mitschuld zurück

Großbritanniens Notenbankchef King wehrt sich gegen Aussagen, wonach die Bank of England Verfälschungen des Libor-Zinssatzes gebilligt habe. Von möglichem Fehlverhalten habe man erst durch offizielle Berichte erfahren.

Der britische Notenbank-Präsident Mervyn King blockt neue Vorwürfe ab. ap

Der britische Notenbank-Präsident Mervyn King blockt neue Vorwürfe ab.

LondonIm Bankenskandal um Zinsmanipulationen weisen die obersten britischen Finanzaufseher jede Verantwortung von sich. „Wir haben das erste Mal von mutmaßlichem Fehlverhalten erfahren, als die offiziellen Berichte vor zwei Wochen herausgekommen sind“, sagte der Präsident der britischen Notenbank, Mervyn King, am Dienstag bei einer Anhörung des parlamentarischen Finanzausschusses.

Zuvor habe es dafür keine Anzeichen gegeben. Auch die New Yorker Notenbank, die schon 2008 generelle Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Referenz-Zinssatzes Libor angemeldet hatte, habe ihm gegenüber keine Bedenken geäußert.

King wehrte sich mit den Aussagen gegen die Darstellung der britischen Großbank Barclays, wonach die Bank von England die Libor-Manipulationen vor einigen Jahren gebilligt haben soll. Dadurch ist die Notenbank unter Druck geraten. Der Bankenskandal ist in Großbritannien zu einem Politikum geworden.

Die Vorwürfe gegen die Aufseher bekamen am Montag neue Nahrung, nachdem ein Ex-Manager von Barclays in einer Anhörung Details zu den Zinsverzerrungen preis gegeben hatte. Er habe Mitarbeiter zur Meldung von künstlich niedrigen Zinssätzen angewiesen, räumte der kürzlich zurückgetretene Bankvorstand Jerry del Missier ein. Dabei habe er auf Anweisung von Barclays-Chef Bob Diamond gehandelt.

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Auch Diamond musste wegen des Skandals seinen Hut nehmen. Dieser hat jedoch erklärt, keine Anweisungen zur Übermittlung falscher Zinsen gegeben zu haben. Doch Del Missier betonte, Diamond habe ihm gesagt, die Notenbank und die britische Regierung seien besorgt über die relativ hohen Zinskosten von Barclays. Sie wollten daher, dass die Bank niedrigere Sätze melde.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.07.2012, 21:08 Uhr

Was für ein elendes Lügnerpack!

Scheibchenweise kommt nun ans Licht, was für ein hochkriminelles Betrügerpack in der Londoner City am Werk war und ist! Die Geschichte Englands ist eine einzige Ausbeuter- und Schmarotzer-Story. Waren es früher die Kolonien, die man ausgeplündert hat, so haben sich die Angelsachsen heute die Kapitalmärkte als Selbstbedienungsladen unter den Nagel gerissen, in dem man die übrigen Marktteilnehmer mit Lug und Trug hemmungs- und gewissenlos aussaugte.

Den imperialistischen Habitus hat man nie abgelegt. Die Engländer haben sogar so exzessiv auf die Finanzwirtschaft gesetzt, dass sie mittlerweile in keinem Industriebereich mehr konkurrenzfähig sind. Diese Dummheit könnte sie nun bei einem Zusammenbruch der Kapitalmärkte dahin schicken, wo sie hingehören: In den Orkus!

Mazi

17.07.2012, 22:59 Uhr

Als hätte es in den anderen Staaten keine staatlichen Finanzaufsichtsbehörden gegeben! Kneifen ihre Augen zu und behaupten mich sieht keiner.

Das ist doch keine Finanzaufsicht. Und Herr Schäuble schaut auch weg und will allen ernstes eine internationale Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB errichten.

Können kein Wasser auf dem Herd zum kochen bringen, reden aber von einem 5 Gang-Menue.

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