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22.05.2013

11:38 Uhr

Zinspolitik-Effekte

Sparkassen rechnen mit Gewinneinbruch

Investoren sind dankbar für den dauerhaft niedrigen Leitzins der EZB. Schmerzhaft zu spüren bekommen ihn dagegen kleine Kreditinstitute wie die Sparkassen. Beobachter prognostizieren, dass sie sich modernisieren müssen.

Die stabile Fassade könnte leichte Risse bekommen: Viele Sparkassen haben damit zu kämpfen, dass hochverzinste Anlagen auslaufen und sie keinen passenden Ersatz finden. dpa

Die stabile Fassade könnte leichte Risse bekommen: Viele Sparkassen haben damit zu kämpfen, dass hochverzinste Anlagen auslaufen und sie keinen passenden Ersatz finden.

FrankfurtDie Sparkassen in Ostdeutschland stellen sich wegen der niedrigen Zinsen auf kräftigen Gegenwind in den kommenden Jahren ein. Den Instituten drohe mit dem Auslaufen der hochverzinsten Wertpapiere nach 2013 ein Gewinneinbruch, sagte der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV), Claus Friedrich Holtmann, laut „Börsen-Zeitung“. Der Zinsüberschuss – traditionell die dominierende Ertragsquelle der Sparkassen – werde ab dem kommenden Jahren deutlich sinken.

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank belastet die Ost-Sparkassen besonders, da die Institute zwar viele Kundeneinlagen haben, wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung in der Region aber vergleichsweise wenig Kredite vergeben. Da viele hochverzinste Anlagen, in denen die Sparkassen ihr Geld anlegen, sukzessive auslaufen, wird aus Sicht von Experten aber auch der Druck auf alle andere Sparkassen in Deutschland steigen. Im vergangenen Jahr sank der Zinsüberschuss der 422 Sparkassen um knapp zwei Prozent auf 23 Milliarden Euro. 2013 stellt sich Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon erneut auf einen leichten Rückgang ein, wie er kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters sagte. „Das Zinsergebnis wird sich ein Stück weit reduzieren.“

Viele Experten sind der Ansicht, dass die Sparkassen – genau wie die private Konkurrenz – Kosten senken müssen, um im Wettbewerb zu bestehen. „Selbst für die Verbünde der Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, die gut durch die Krise gekommen sind, bringen die Niedrigzinsen zusätzlichen Handlungsbedarf mit sich“, mahnte kürzlich Christopher Pleister, der Chef der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung. Brenzlig könne es für einzelne Geldhäuser werden, falls zusätzlich zu den niedrigen Zinsen auch noch die Konjunktur einbreche, warnen Banker. Sparkassen-Präsident Fahrenschon ist jedoch überzeugt, dass die Sparkassen die Niedrigzinsphase überstehen werden. „Die Sparkassen habe eine lange Erfahrung, mit unterschiedlichen Zinsniveaus zu arbeiten.“

Von

rtr

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