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04.05.2016

11:14 Uhr

Zinsskandal

Deutsche Bank zahlt 50 Millionen Euro

Sieben Finanzhäuser, darunter die Deutsche Bank, einigen sich außerhalb des Gerichtssaals mit institutionellen Investoren. Damit ist die US-Klage wegen Manipulation eines Referenzzinssatzes vom Tisch.

Die Bank hat viele juristische Baustellen: Derzeit hat die Bank rund 5,4 Milliarden Euro für mögliche Strafzahlungen zur Seite gelegt. AP

Türme der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Bank hat viele juristische Baustellen: Derzeit hat die Bank rund 5,4 Milliarden Euro für mögliche Strafzahlungen zur Seite gelegt.

New York/FrankfurtDie Deutsche Bank hat eine weitere ihrer zahlreichen Rechtsstreitigkeiten beilegen können. Gegen eine Vergleichszahlung von 50 Millionen US-Dollar schaffte das Institut eine Klage wegen angeblicher Manipulationen eines wichtigen Richtwerts im Geschäft mit sogenannten Zinsswaps aus der Welt.
Zinsswaps sind in der Finanzindustrie eine besondere Form von Derivaten. Der Wert von Derivaten wiederum orientiert sich an der Entwicklung bestimmter Aktien, Anleihen, Zinsen oder Währungen.

Mehrere Pensionsfonds und Kommunen hatten 14 Banken vorgeworfen, den Wettbewerb auf dem Markt für Zinsswaps behindert zu haben. Die Banken sollen den viel beachteten Marktindex Isdafix jahrelang zu ihren Gunsten beeinflusst haben. Der Isdafix ist eine wichtige Kennzahl für Zinssätze im Handel zwischen einzelnen Banken auf der Basis künftiger Zahlungsströme (Swaps). Daran orientieren sich Finanzprodukte im Wert von geschätzt mehr als 350 Billionen Dollar, mit denen sich etwa Pensionskassen gegen Risiken absichern.

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Neben der Deutschen Bank legten sechs weitere große Banken in den USA eine Klage wegen dieser angeblichen Zinsmanipulationen außergerichtlich bei und zahlen insgesamt 324 Millionen Dollar, wie am Dienstag bekannt wurde. Die Klage gegen sieben andere Großbanken, darunter die UBS, läuft weiter.

Im Rahmen des Vergleichs zahlt JP Morgan 52 Millionen Dollar. Auf die Deutsche Bank, Bank of America, Credit Suisse und Royal Bank of Scotland (RBS) entfallen jeweils 50 Millionen Dollar, Citigroup überweist 42 Millionen Dollar und Barclays entrichtet 30 Millionen Dollar. Der Vergleich muss von einem Gericht noch genehmigt werden.

In den vergangenen Wochen hatte die Deutsche Bank bereits einen Reichsstreit um angebliche Manipulationen bei den Preisen für Gold und Silber beigelegt. Der seit zehn Monaten amtierende Vorstandschef John Cryan hat die Klärung der juristischen Baustellen zu einer seiner wichtigsten Aufgaben erklärt. Derzeit hat die Bank rund 5,4 Milliarden Euro für solche Altlasten zur Seite gelegt.

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Nach Angaben der Kläger dauert der Rechtsstreit mit BNP Paribas, Goldman Sachs, HSBC, Morgan Stanley, Nomura, UBS, Wells Fargo und dem Brokerhaus ICAP an. BNP Paribas, HSBC, Morgan Stanley und UBS lehnten eine Stellungnahme ab. Von den anderen Banken, gegen die die Klage weiterläuft, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Vor einem Bundesgericht in Manhattan sind noch zahlreiche weitere Klagen wegen angeblicher Manipulationen von Zinsen, Wertpapier- oder Rohstoffpreisen anhängig.

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