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24.07.2012

16:01 Uhr

Zinsskandal-Untersuchung

Deutsche Bank will ihr Management freisprechen

Die interne Untersuchung des Liborskandals dürfte ergeben, dass zwei Ex-Mitarbeiter auf eigene Faust handelten. Ein Versagen der Führung gebe es laut Insidern nicht. Wann der Bericht veröffentlicht wird, ist unklar.

Die Deutsche Bank hat bisher keine Mitschuld des Managements im Zinsskandal gefunden. dapd

Die Deutsche Bank hat bisher keine Mitschuld des Managements im Zinsskandal gefunden.

FrankfurtDer neue Deutsche -Bank-Chef Anshu Jain kann im Skandal um Zinsmanipulationen durchatmen: In seiner internen Untersuchung der Affäre hat das größte deutsche Geldhaus bislang keine Anzeichen für eine Mitschuld der Führungsebene gefunden. Die seit einem Jahr laufende Prüfung habe ergeben, dass zwei Händler mutmaßlich in die Tricksereien verwickelt seien, sagten mehrere mit den vorläufigen Ergebnissen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Beide Händler seien bereits im vergangenen Jahr suspendiert worden und hätten das Institut verlassen. „Die interne Untersuchung hat bislang keine Hinweise auf ein institutionelles Versagen ergeben“, sagte ein Insider. Die beiden früheren Mitarbeiter hätten auf eigene Faust gehandelt - ohne Anweisung von oben.

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Auf Co-Chef Anshu Jain warten nun einige unangenehme Fragen.

Der neue Co-Vorstandschef Jain ist wegen des Skandals, der weltweit mehr als ein Dutzend Großbanken betrifft, in der Politik unter Beschuss geraten. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte im Handelsblatt eine rasche Aufklärung: „Die Deutsche Bank muss reinen Tisch machen und zwar schnell. Die Vorwürfe sind schwerwiegend.“

Jain stand zur Zeit der Zinsmanipulationen von 2005 bis 2009 an der Spitze des Investmentbankings. Er hat sich noch nicht zu dem Skandal geäußert. Die interne Prüfung zeige nun, dass er wie andere Top-Manager nichts von dem mutmaßlichen Fehlverhalten der Händler gewusst habe, heißt es in Finanzkreisen. Auch aus dem Aufsichtsrat ist zu hören, Jain sitze fest im Sattel.

Ihre Erkenntnisse hat die Bank bereits den ermittelnden Behörden mitgeteilt. Die Regulierer gehen rund um den Globus Hinweisen nach, dass zahlreiche Händler zusammengearbeitet haben, um die Zinssätze zu manipulieren. In Deutschland steht insbesondere der Branchenprimus im Visier: Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat eine Sonderprüfung eingeleitet - Ergebnisse stehen noch aus.

Kommentare (11)

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Ludwig500

24.07.2012, 15:14 Uhr

Die internen Ermittlungen kann man bedenkenlos ungelesen in den Papierkorb werfen. Womit verdienen Banken noch das letzte Bisschen Vertrauen, dass interne Untersuchungen sachdienlich sind?

svebes

24.07.2012, 15:23 Uhr

Gratulation Herr Jain, in London "paar" Etagen unter Ihnen korrumpieren Mitarbeiter den Libor Satz und Sie wissen von nichts. Das jetzt auch noch, durch die eigene Revision, unabhängig bestätigt ;-). Aber als neuer Berater der Kanzlerin erwartet man ja auch eine saubere Weste von Ihnen und ein Schelm wer da zweifelte.

Account gelöscht!

24.07.2012, 15:30 Uhr

Lächerliche Argumentation... Zwei Mitarbeiter deren Köpfe schon gerollt sind (was ein Zufall) sind verantwortlich... Wenn zwei Mitarbeiter bei einem so wichtigen Thema schummeln soll die Führung keine Schuld haben? Ich würde sagen hier zählt die Aufsichtspflicht... Eltern haften für ihre Kinder... Wenn der Junge Schäden anrichtet haften die Eltern dafür. Hier haften die Vorgesetzten. Ganz abgesehen davon glaube ich das auch nicht das die von nichts wussten. So eine verlogene Branche ist das, zum kotzen

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