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03.03.2017

11:24 Uhr

Zinstief

Volksbanken erhöhen Gebühren

Die Volksbanken schrumpfen ihr Filialnetz und schrauben die Gebühren für ihre Kunden nach oben. Grund ist das aktuelle Zinstief. Strafzinsen soll es für Privatkunden zunächst nicht geben.

Die Gebühren für Kunden sollen steigen, das Filialnetz schrumpfen. dpa

Volks- und Raiffeisenbank

Die Gebühren für Kunden sollen steigen, das Filialnetz schrumpfen.

FrankfurtKunden von Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland müssen mit weiter steigende Gebühren rechnen. „Bankdienstleistungen sind nicht kostenlos – die Verbraucher verstehen und akzeptieren das auch“, sagte der Präsident des Genossenschaftsverbandes, Michael Bockelmann, am Freitag in Frankfurt. Vor allem kleinere Häuser befänden sich „im Zangengriff sinkender Erträge durch die Niedrigzinsphase und steigender Kosten durch die Regulierung“, begründete Bockelmann.

Gebühren für Girokonto, Zahlungsverkehr und Wertpapiergeschäft seien bei der Mehrheit der Institute im Verbandsgebiet bereits Usus. Der Genossenschaftsverband vertritt Institute in allen Bundesländern – mit Ausnahme von Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die vereinbarte Fusion mit dem Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV/Münster) soll im April rückwirkend zum Jahresbeginn 2017 abschließend besiegelt werden.

Die größten Genossenschaftsbanken (2016)

Platz 10

Evangelische Bank eG (Kassel)

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4 Mrd. Euro

Platz 9

Sparda-Bank München eG

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,3 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,3 Mrd. Euro

Alle Angaben beziehen sich auf das Jahresende 2016.

Platz 8

Bank für Sozialwirtschaft AG (Köln)

Bilanzsumme: 8,6 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 453 Mio. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 8

Sparda-Bank West eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 9 Mrd. Euro
Einlagen: 8 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,9 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,6 Mrd. Euro

Platz 6

Frankfurter Volksbank eG

Bilanzsumme: 9,3 Mrd. Euro
Einlagen: 7,3 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,6 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,2 Mrd. Euro

Platz 5

Sparda-Bank Südwest eG (Mainz)
Bilanzsumme: 9,4 Mrd. Euro
Einlagen: 7,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 6,5 Mrd. Euro

Platz 4

BBBank eG (Karlsruhe)

Bilanzsumme: 10,2 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,2 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 3

Berliner Volksbank eG

Bilanzsumme: 12.5 Mrd. Euro
Einlagen: 10,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 895 Mio. Euro
Kundenforderungen: 7,7 Mrd. Euro

Platz 2

Sparda-Bank Baden-Württemberg eG (Stuttgart)

Bilanzsumme: 13,4 Mrd. Euro
Einlagen: 11,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 10,7 Mrd. Euro

Platz 1

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 38,8 Mrd. Euro
Einlagen: 25,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 93 Mio. Euro
Kundenforderungen: 29,7 Mrd. Euro

Quelle

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Strafzinsen für das Gros der Privatkunden drohen nach Einschätzung von Bockelmann nach wie vor nicht: „Die Banken tun alles, um Negativzinsen auf breiter Front zu vermeiden.“ Etliche Banken geben die Strafzinsen, die die Europäische Zentralbank (EZB) von ihnen für geparktes Geld verlangt, bereits weiter – zumeist an Großkunden, in Einzelfällen aber auch an vermögende Privatkunden. „Mit Blick auf die Wettbewerbssituation ist es klug, die Privatkunden nicht oder allenfalls sehr selektiv zu belasten“, sagte Bockelmann.

Die Kunden müssen sich allerdings mit immer weniger Filialen begnügen: Im vergangenen Jahr schrumpfte die Zahl der Zweigstellen – inklusive Selbstbedienungsstellen – weiter von 4992 auf 4789. Auch der Rückgang der Zahl der Kreditgenossenschaften beschleunigte sich, sie sank von 281 vor Jahresfrist auf 262. Für das laufende Jahr sind schon elf weitere Verschmelzungen angemeldet. „Nachdem wir bisher von einem Rückgang der Mitgliedsbanken auf 200 bis Ende 2020 ausgingen, erwarten wir jetzt nur noch 175“, prognostizierte Bockelmann.

Trotz extrem niedriger Sparzinsen erhöhten sich die Kundeneinlagen bei den Volks- und Raiffeisenbanken weiter: Binnen Jahresfrist gab es ein Plus von 5,5 Prozent auf rund 162,5 Milliarden Euro. Zwei Drittel davon sind allerdings inzwischen täglich fällige Gelder, die Kunden im Fall von Zinsänderungen rasch abziehen könnten.

Zudem tun sich die Institute immer schwerer, die Gelder ihrer Kunden sicher und zugleich ertragreich anzulegen. Immerhin ist die Nachfrage nach Krediten – vor allem für Immobilien – kräftig. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken erhöhte sich das Kreditvolumen insgesamt um 5,2 Prozent auf 131,1 Milliarden Euro. Allerdings warnt gut ein Drittel (37 Prozent) der Institute bei anhaltend niedrigen Zinsen für ihren regionalen Wohnungs- und Häusermarkt vor möglichen Preisblasen.

Von

dpa

Kommentare (8)

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G. Nampf

03.03.2017, 10:50 Uhr

"Strafzinsen soll es für Privatkunden zunächst nicht geben."

"zunächst nicht" heißt: "kommt sicher"

Herr Alexander Möbius

03.03.2017, 12:59 Uhr

Von einem Handelsblatt-Artikel erwarte ich neben einem sauber recherchierten Inhalt auch eine korrekte Wortwahl. "Gebühren" und "Strafzinsen" sind keine Begrifflichkeiten, die man im privaten Bankensektor kennt und verwendet. Ich empfehle Ihnen, sachlich richtig von Entgelten, Preisen und von Negativ- bzw. Minuszinsen zu schreiben.

Account gelöscht!

03.03.2017, 13:10 Uhr

In den Niederlanden wird darüber nachgedacht aus dem EURO auszusteigen, weil der Euro eine Negativ Zins Währung darstellt, die sich für immer etablieren wird. Der EURO ist am Ende und das ist auch gut so. Euro abschaffen und zurück zu den alten Nationalwährung. Danke!

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