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05.07.2017

17:46 Uhr

Zinswende

IWF mahnt Notenbanken zur Vorsicht

Während sich die Finanzwelt in Europa und Nordamerika allmählich vom Krisenmodus verabschiedet, warnt der IWF vor übereilten Aktionen. Bei zu niedriger Inflation solle die geldpolitische Unterstützung bestehen bleiben.

Die IWF-Chefin rät den Staaten bei geldpolitischen Entscheidungen zu Vorsicht. Reuters

Christine Lagarde

Die IWF-Chefin rät den Staaten bei geldpolitischen Entscheidungen zu Vorsicht.

New YorkDer Internationale Währungsfonds (IWF) warnt führende Notenbanken vor einer übereilten Abkehr von der lockeren Geldpolitik. „In denjenigen Industrieländern, in denen die Nachfrage noch immer unzureichend und die Inflation zu niedrig ist, sollte geldpolitische und – wo möglich – fiskalische Unterstützung bestehen bleiben“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Diskussionspapier des Währungsfonds zum G20-Gipfel in Hamburg. „Andernorts sollte die Geldpolitik entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung schrittweise normalisiert werden.“

Während sich die US-Notenbank Fed bereits seit Ende 2015 allmählich vom Krisenmodus der Geldpolitik verabschiedet, zeichnet sich derzeit auch bei immer mehr anderen Notenbanken eine allmähliche Kehrtwende ab. Jüngst hatten Äußerungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, an den Finanzmärkten die Erwartung bestärkt, dass die EZB trotz einer zuletzt wieder gesunkenen Inflation bald ihre monatlichen Wertpapierkäufe verringern könnte. Außerdem gibt es Hinweise auf mögliche Leitzinsanhebungen etwa in Großbritannien und Kanada.

Der IWF sieht zwar die Weltwirtschaft insgesamt weiterhin auf Erholungskurs, warnt aber auch vor Risiken, etwa mit Blick auf hohe Schuldenberge in China und in anderen Schwellenländern. Zudem seien die Probleme im europäischen Bankensektor noch immer nicht gelöst, schreibt IWF-Chefin Christine Lagarde in einem Aufsatz zum Diskussionspapier. „Schwachstellen sorgen für unmittelbare Besorgnis“, warnt die Ökonomin.

Von

dpa

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