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19.06.2013

07:54 Uhr

Zu lange gewartet

Europäische Banken brauchen mehr Kapital

Die Commerzbank ist eine von 25 europäischen Banken, die laut einer Studie von Independent Credit View zu wenig Kapital haben. Insgesamt fehlen 776 Milliarden Euro. Amerikanische Banken seien besser aufgestellt.

Baustelle Commerzbank. Laut Analysten von ICV haben europäische Banken zu lange lediglich Liquidität erhalten statt Kapital aufzubauen. Reuters

Baustelle Commerzbank. Laut Analysten von ICV haben europäische Banken zu lange lediglich Liquidität erhalten statt Kapital aufzubauen.

ZürichInsgesamt 25 Banken aus Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Dänemark, den Niederlanden, Polen und Irland haben unterm Strich eine Kapitallücke von 776 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer Studie von Independent Credit View (ICV). Keinen Bedarf sieht das Schweizer Analysehaus hingegen bei acht getesteten Banken aus den USA und Kanada.

Grundlage für die Erhebung ist laut ICV ein Stresstest, bei dem einige Staatsanleihen mit einer höheren Risikogewichtung eingeflossen sind.

Zu den europäischen Banken, die empfindlich auf Stress am Markt reagieren dürften, zählen den Angaben zufolge die deutsche Commerzbank AG, aus Italien Intesa Sanpaolo SpA und UniCredit SpA, Banco Popular Espanol SA aus Spanien, Bank of Ireland aus Irland, die französische Credit Agricole SA und Erste Group Bank AG aus Österreich.

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Europäische Banken hätten sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wirklich vom Fleck bewegt, sagte Christian Fischer, Partner und Bankenanalyst bei ICV, vor Journalisten in Zürich. Die USA sind seiner Meinung nach die dringliche Frage des Kapitals angegangen, während europäische Banken lediglich Liquidität erhalten hätten - in der Hoffnung, dass irgendwann bessere Zeiten kommen werden.

Die Liquidität sei nicht in die Volkswirtschaften der Region geflossen, sondern habe die Banken quasi dazu angeregt, mehr Staatsanleihen zu kaufen. Europäische Banken sind laut ICV mit mehr als 1 Billion Euro bei Staatsanleihen von Ländern aus der Region engagiert.



Kommentare (3)

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Account gelöscht!

19.06.2013, 08:33 Uhr

Tja, frage ich immer wieder wieso das Geld von den Anleihen nicht in der Wirtschaft landet.
Wollen die Banken verstaatlicht werden, oder warum sind diese so bequem und fett?
Und das während immer noch die Reichen immer mehr einsammeln und die anderen um Geld für ein Geschäft betteln müssen.
1 Billion die einige wenige Geldspeicher bauen lassen und andere auf die Straße gehen läßt.
Wer Fettsucht hat, muß behandelt werden. Und zwar durch Bewegung und Nahrungsreduktion. Aber diese Nahrungsreduktion soll Geld einbringen. Schizophrenie eines viel zu fetten Systems auf das mit Unterwürfigkeit reagiert, statt mit echten politischen Vorgaben, mit Fettkonzentration am Hintern einiger weniger.
Eigentum verplichtet, vielleicht sollte man diesen GG-Artikel mal wieder beleben.

Bello

19.06.2013, 08:40 Uhr

Tja, dann sollte der Staat doch einfach aufhören diese ganzen Staatsanleihen zu verkaufen. Zu einem Geschäft gehören immer zwei.

An Fettsucht leidet der nämlich Staat -- und er braucht dringend eine Diät, sprich: keine Schulden mehr, schlanker Staat. Ich brauche ihn nicht.

Account gelöscht!

19.06.2013, 09:28 Uhr

AUS JEDEM LANDESTÖPFCHEN EIN KANDIDAT!

Auffallend ist, dass die Benennungen der Banken jeweils einem Land zuzuordnen sind. Dann ist in dieser Hinsicht wohl von Ausgewogenheit zu sprechen.
Einer etwas einfacheren Logik entsprechend könnte man bei den größten Unterstützungen der Vergangenheit natürlich auch diejenigen Banken am ehesten wiederfinden, die auch als erstes in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft abgewickelt gehören.

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