Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.07.2012

13:41 Uhr

Zufriedenheits-Studie

Kunden sind von Großbanken frustriert

VonTobias Döring

Durch die Krise im Investmentbanking werden die Privatkunden für die Großbanken immer wichtiger. Eine Studie zeigt jetzt aber, dass die Kunden den großen Instituten den Rücken zukehren. Sie werden immer unzufriedener.

Symbolischer Banküberfall bei Bildungsprotesten in Erfurt 2009: Die Unzufriedenheit der Kunden mit den Instituten wächst. dpa

Symbolischer Banküberfall bei Bildungsprotesten in Erfurt 2009: Die Unzufriedenheit der Kunden mit den Instituten wächst.

DüsseldorfDeutschlands Bankkunden sind immer unzufriedener mit ihren Finanzinstituten. Einer Studie zufolge liegt die Kundenzufriedenheit bei minus 13 Prozent. Die Skala reicht von plus 50 Prozent bis minus 50 Prozent. Minuswerte besagen, dass mehr Kunden unzufrieden als zufriedene sind. Andere Branchen schneiden im Vergleich wesentlich besser ab. Bei der Automobilindustrie sind 23 Prozent zufrieden, bei Computerherstellern immerhin 15 Prozent.

Für die Untersuchung von Bain & Company wurden im Frühjahr 2012 insgesamt 2855 Kunden der großen Banken in Deutschland befragt. Das Beratungsunternehmen fragte die Teilnehmer, ob sie ihre Bank weiterempfehlen können. Daraus wurden die Zufriedenheitswerte abgeleitet.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Angesichts der Unzufriedenheit der Bankkunden könne „man mit Fug und Recht von der schwersten Vertrauenskrise in der Nachkriegszeit sprechen“, heißt es in der Studie. Im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2006 sank die Kundenzufriedenheit um zehn Prozentpunkte.

Besonders in der Kritik sind die Großbanken. Mehr als 40 Prozent stehen ihnen kritisch gegenüber. Die Kundenzufriedenheit beträgt bei den Großbanken minus 27 Prozent. Die Kunden von Sparkassen (minus 17 Prozent) und Genossenschaftsbanken (minus sieben Prozent) sind demnach weniger unzufrieden. Am zufriedensten sind Kunden bei Direktbanken (plus 13 Prozent). Die Werte von einzelnen Banken wurden in der Studie nicht veröffentlicht.

Finanzinstitute: Der Niedergang der deutschen Banken

Finanzinstitute

Der Niedergang der deutschen Banken

Der Gewinn der Deutschen Bank bricht ein, die Commerzbank sucht seit Jahren vergebens nach einer Strategie. Die beiden größten Kreditinstitute stehen symbolisch für den Niedergang der deutschen Bankenbranche.

Gravierender als die schlechten Zufriedenheitswerte sind für die Banken jedoch die Folgen. Zufriedene Kunden halten der Untersuchung zufolge knapp 30 Prozent mehr Produkte ihrer Bank, bleiben dem Institut durchschnittlich 1,2 Jahre länger treu als Kritiker und empfehlen es 4,5 Mal häufiger weiter. Und besonders bedeutend: Der Ertrag fällt bei einem zufriedenen Kunden der Studie zufolge um mindestens 50 Prozent höher aus als bei einem unzufriedenen.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Pendler

27.07.2012, 14:01 Uhr

Na so etwas,

laufen die Lämmer etwa dem Metzger davon?

Die Bankster wollen uns doch nur das Fell über die Ohren ziehen. Unsere Budnerregierung macht doch auch alles, was die Bankster wollen, warum bitte kann sich das dumme Volk einfach nicht zum Bankster Sklave machen lassen.

Hermann.12

27.07.2012, 14:17 Uhr

Bankgeschäfte sind Vertrauensgeschäfte!
Seit etwa 20 Jahrn wird zunehmend dieser Grundsatz bei größeren Instituten missachtet.
das fängt damit an, das der vertraute Sachbearbeiter vor ort im rotationsprinzip wechselt, oder wegen struktureller Veränderungen bestimmte Beratungsaufgaben an Zentralabteilungen delegieren muss.
Alles gut gemeint, doch ein Verstoss gegen das grundlegende Bankprinzip. Eben weil persönliches Vertrauen, nicht durch institutionelles ersetzt werden kann.
Wer Probleme an der Front dadurch lösst, das er das Kunde- Beraterverhältnis beschädigt, hat die Problem nicht gelöst, sondenr lediglich die Verantwortung der probleme weggeschoben.
So konnten munter die falschen Führungskräfte weiteragieren bis zum Scherbenhaufen, deutlich sekundiert durch eine freundliche Politik, die sich bemühte wichtige Kontrollfunktionen zu beseitigen.

H.

Account gelöscht!

27.07.2012, 16:57 Uhr

[QUOTE]Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Zusammenführung der Welten des Online-Bankings und der Filialen. Kunden wollen online Bankgeschäfte abwickeln, brauchen aber für komplexe Fragen eine persönliche Beratung, deshalb müssten die Bereiche enger verzahnt und die Filialen stärker in die bestehende Internetpräsenz integriert werden. Das wäre für die Großbanken dann sicher ein Mittel, um sich im Privatkundengeschäft besser aufzustellen – und die Kunden nicht weiter zu vergraulen.[/QUOTE]

Die Deutsche Bank macht vor wie man es nicht machen sollte.
Heute werden alle Filialen der norisbank geschlossen.

Schade. Aber wenn es dem nächsten Quartalsbericht hilft....;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×