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09.08.2012

17:45 Uhr

Zukunft der Landesbank Berlin

Ostsparkassen gegen Fusion mit Deka

Der Verband der Ostsparkassen streubt sich gegen eine Fusion des Fondsdienstleisters Deka und der Landesbankberlin. Stattdessen sollen die Geschäftsfelder der beiden sparkasseneigenen Institute weiter abgegrenzt werden.

Seit dem ersten August gehört die Landesbank Berlin vollständig den Sparkassen. picture-alliance/ dpa

Seit dem ersten August gehört die Landesbank Berlin vollständig den Sparkassen.

BerlinDie Landesbank Berlin sollte nach Ansicht der ostdeutschen Sparkassen weder zerschlagen noch mit dem Fondsdienstleister Deka fusioniert werden. „Es geht nicht einfach so, dass Ding zu zerhacken", sagte der Präsident des Dachverbands OSV, Claus Friedrich Holtmann, am Donnerstag.

Die Geschäftsfelder der beiden sparkasseneigenen Institute müssten so abgegrenzt werden, dass es keine Doppelarbeit gebe. Entscheidend sei, „wie kriege ich es fertig, die beiden Institute nebeneinander zu stellen, ohne dass ich doppelt investieren muss?" So dürfe es künftig nicht dazu kommen, dass beide Häuser etwa Fonds verwalten und die Sparkassen jeweils Eigenkapital dafür aufbringen müssten.

Überlappungen gibt es derzeit vor allem im Immobilien- und Fondsgeschäft von LBB und Dekabank. Die Neuausrichtung beider Institute gilt als eine der dringendsten Aufgaben des neuen Präsidenten des bundesweiten Sparkassenverbandes DSGV, Georg Fahrenschon.

OSV-Chef und LBB-Aufsichtsrat Holtmann ließ durchblicken, dass sich die LBB vor allem auf ihr Privat- und Firmenkundengeschäft fokussieren sollte. „Es wäre sehr gut, wenn man sich noch mehr auf das Sparkassen-Geschäft konzentriert im Markt Berlin." Denn die Sparkassen hätten die LBB gekauft, um "in Berlin das Sparkassenwesen abzusichern". Die ostdeutschen Institute seien gegen eine Fusion von LBB und Deka und wollten stattdessen an beiden Banken wie bisher mit jeweils rund zehn Prozent beteiligt bleiben.

Die deutschen Sparkassen hatten 2007 dem Land Berlin dessen 81-Prozent-Anteil an der LBB für insgesamt 5,3 Milliarden Euro abgekauft. Der öffentliche Sektor wollte verhindern, dass die Bank in private Hände fällt und zahlte einen hohen Preis. Der OSV nahm damals rund 400 Millionen Euro in die Hand, musste aber seitdem etwa 170 Millionen Euro auf das Engagement abschreiben.

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Besser lief es für die ostdeutschen Sparkassen im operativen Geschäft im ersten Halbjahr 2012. Wegen der Flucht von Anlegern und privaten Häuslebauern in Immobilien bewilligten die 46 OSV-Institute Wohnbaukredite über eine Milliarde Euro und damit gut 21 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der gesamte Kreditbestand stieg um 1,4 Prozent auf 39 Milliarden Euro. Damit schwimmen die Sparkassen in Geld, denn die Einlagen übertreffen mit 82,5 Milliarden Euro das Kreditvolumen um mehr als das Doppelte. Das Betriebsergebnis vor Bewertung dürfte sich im laufenden Jahr wegen höherer Lohnkosten etwas verschlechtern.

Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) vertritt die Interessen der Sparkassen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Von

rtr

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