Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2009

15:51 Uhr

Zukunft der WestLB

Sparkassen sehen WestLB-Pläne skeptisch

VonPeter Köhler

Der Plan zur Aufspaltung der WestLB in eine Konsolidierungsbank und eine Fusionsbank stößt bei einigen Eigentümern auf Widerstand. So scheuen die Sparkassenverbände neue Garantien – und lassen sich eine weitere Option offen.

Bis Ende März müssen die wichtigsten Eigentümer der WestLB der EU einen Plan zum zukünftigen Geschäftsmodell vorlegen. Foto: dpa Quelle: dpa

Bis Ende März müssen die wichtigsten Eigentümer der WestLB der EU einen Plan zum zukünftigen Geschäftsmodell vorlegen. Foto: dpa

FRANKFURT. "Das Vorhaben, das der Vorstand auf den Tisch gelegt hat, lässt noch gravierende Fragen offen", hieß es am Sonntag in Sparkassenkreisen. Vor allem gebe es Bedenken, die Sparkassen müssten für die zu gründende "zweite Bank" umfangreiche Garantien leisten, zu denen sie nicht mehr bereit seien.

Das Szenario für eine Teilung der Bank sieht vor, dass das Kapitalmarkt- und Mittelstandsgeschäft in eine Fusion mit der Dekabank und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) eingebracht werden. Aktiva von mindestens 80 Mrd. Euro - darunter Staatsanleihen- und Kreditbestände - sollen in eine Konsolidierungsbank kommen und dort über rund fünf Jahre abgearbeitet werden. Offen ist allerdings, wer diese neue Bank finanzieren soll. Insgesamt müssten Garantien über mindestens vier Mrd. Euro gegeben werde, hieß es in Bankkreisen. "Die Sparkassen stehen deshalb quer im Stall, sie setzen stark auf intensivierte Fusionsgespräche und wollen für die Bank nichts mehr locker machen", sagte ein Sparkassenmanager. Man habe Angst, dass nach einer Aufspaltung der wichtige Fusionsschritt ausbleibt. Wenn der staatliche Rettungsfonds Soffin zum Einsatz komme, könne man eine Aufspaltung nach dem jetzigen Strickmuster vermeiden.

In Sparkassenkreisen hieß es auch, neben der Dreierfusion aus Dekabank und Helaba bleibe nach wie vor die Option, mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) voranzukommen. "Wir sehen nicht nur in eine Richtung", sagte ein Sparkassenfunktionär. Beobachter gehen davon aus, dass die einflussreichen westfälisch-lippischen Sparkassen in ihren Gremiensitzungen Anfang Februar ihre Vorstellungen konkretisieren. Am 6. Februar diskutiert der Aufsichtsrat der WestLB das Modell zur Aufspaltung, entscheiden kann aber nur eine Hauptversammlung. Wenig später legt der Sparkassenverband Westfalen-Lippe seine Bilanz vor.

Die wichtigsten Eigentümer der WestLB, die Sparkassenverbände im Rheinland und in Westfalen sowie das Land NRW, müssen bis Ende März der EU einen Plan zum zukünftigen Geschäftsmodell vorlegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×