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24.01.2007

07:46 Uhr

Zwangsabfindung der Aktionäre

Italiener zerren HVB von der Börse

Die Hypo-Vereinsbank wird im Mai vom deutschen Kurszettel verschwinden. Die Konzernmutter Unicredit wird die Kleinaktionäre zwangsabfinden. An ihr Versprechen scheinen sich die Mailänder, die das deutsche Institut im Jahr 2005 gekauft hatten, nicht mehr zu erinnern.

Unicredit-Chef Alessandro Profumo wird wortbrüchig. Foto: ap

Unicredit-Chef Alessandro Profumo wird wortbrüchig. Foto: ap

cha MÜNCHEN. Unicredit kündigte am Dienstag nach einer Sitzung ihres Verwaltungsrates an, sowohl die HVB als auch ihre frühere Tochter, die Wiener BA-CA, im Zuge eines Squeeze-outs von den Börsen zu nehmen. Noch auf der außerordentlichen Hauptversammlung der HVB Ende Oktober 2006 hatte Unicredit-Chef Alessandro Profumo den Aktionären versichert, an ein Squeeze-out sei nicht gedacht.

In Mailand war kein Unicredit-Sprecher für eine Stellungnahme zu erreichen. Profumo schrieb in einer Pressemitteilung: „Dies ist ein natürlicher Schritt zur weiteren Integration der Gruppe.“ HVB und BA-CA blieben „wichtige Eckpfeiler“ des Konzerns.

Begründet wird der Richtungswechsel damit, dass sich durch eine Komplettübernahme beider Banken die operativen Abstimmungsprozesse weiter vereinfachen ließen. Dies erhöhe die „Reaktionsgeschwindigkeit auf Marktveränderungen“.

In Münchener Finanzkreisen hieß es, die Maßnahme komme völlig überraschend. Offenbar habe Unicredit jetzt das nötige Geld beisammen, um reinen Tisch zu machen. Auf der letzten Hauptversammlung der HVB hatten Kleinaktionäre Unicredit-Chef Profumo scharf kritisiert. Sie bemängelten den Umgang der Italiener mit den ehemaligen osteuropäischen Beteiligungen der Hypo-Vereinsbank.

Ein unabhängiger Gutachter soll jetzt den fairen Preis für die Restaktien der HVB und der Wiener BA-CA ermitteln. Anschließend werden Hauptversammlungen im Mai über das Squeeze-out entscheiden. Unicredit hat zuletzt Aktien der HVB zugekauft und hält nun exakt 95 Prozent an der HVB. Ab dieser Quote können Kleinaktionäre auch gegen ihren Willen aus dem Unternehmen gedrängt werden. Unklar ist, welcher Wert der im MDax notierten HVB folgen wird.

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