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24.07.2012

12:42 Uhr

Zweites Quartal

Credit Suisse legt wenig für Klagen zurück

In der vergangenen Woche hatte Credit Suisse überraschend Kapitalmaßnahmen und vorläufige Zahlen verkündet. Der detaillierte Bericht zeigt jetzt, dass die Bank kaum Kosten für mögliche Schadenersatzzahlungen erwartet.

Sorgen in Zürich: Die Credit Suisse hat einige offene Baustellen. Reuters

Sorgen in Zürich: Die Credit Suisse hat einige offene Baustellen.

ZürichTrotz Libor-Affäre und Steuerermittlungen in den USA rechnet die Schweizer Großbank Credit Suisse nicht mit größeren Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzklagen. Im zweiten Quartal legte die Bank 29 Millionen Franken für Gerichtsverfahren sowie mögliche Bußgelder und Schadenersatz-Forderungen zur Seite, wie es im am Dienstag veröffentlichten detaillierten Geschäftsbericht für das zweite Quartal hieß. Im Quartal davor hatte die Bank für den gleichen Zweck 68 Millionen Franken (56 Millionen Euro) zurückgestellt.

In der Libor-Affäre hätten interne Prüfungen keine Hinweise zutage gefördert, dass die Bank in dieser Hinsicht mit einem schwerwiegende Problem rechnen müsse, stellte die Bank im Quartalsbericht fest und bekräftigte ihre Aussagen vom vergangenen Mittwoch bei der Veröffentlichung des Quartalsabschlusses.

Das sind die größten Banken der Welt

Platz 10

Die Commonwealth Bank of Australia eröffnet die Top Ten der größten Banken der Welt nach Marktkapitalisierung. Das Institut mit Sitz in Sydney verfügt über einen Börsenwert von 81 Milliarden Euro.

Stand: 08. Januar 2013, Quelle: Thomson Reuters

Platz 9

Die Citigroup ist die neuntgrößte Bank der Welt. Die US-Großbank hat einen Börsenwert von 96 Milliarden Euro.

Platz 8

Mit knappen Vorsprung belegt die Bank of America Rang acht im Ranking. Das US-Institut verfügt über eine Marktkapitalisierung von 101 Milliarden Euro.

Platz 7

Die Agricultural Bank of China kommt auf Platz sieben. 114 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 6

Auch der sechste Rang geht an ein Institut aus dem Reich der Mitte – die Bank of China. 125 Milliarden Euro ist das Geldhaus an den Börsen wert.

Platz 5

JP Morgan Chase eröffnet die Top Fünf. 132 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 4

Die US-Großbank Wells Fargo scheitert knapp am Treppchen des Rankings. Der Börsenwert beträgt 140 Milliarden Euro. Nur drei Banken sind mehr wert.

Platz 3

Die HSBC kann sich über den Bronzerang freuen. Der Börsenwert des Instituts beträgt 151 Milliarden Euro.

Platz 2

Die China Construction Bank kommt auf Platz zwei mit einer Marktkapitalisierung von 195 Milliarden Euro. An den Spitzenreiter kommt das Institut damit aber noch lange nicht heran.

Platz 1

Die Industrial and Commercial Bank of China hat einen gigantischen Börsenwert von 227 Milliarden Euro. Die Bank ist die größte der Volksrepublik, auch wenn man die Bilanzsumme heranzieht.

Weltweit laufen in der Libor-Sache Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Großbanken. Ihnen wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Zinssatz Libor und andere Marktzinsen mit falschen Angaben manipuliert zu haben. Als erstes Haus hat Barclays ein Fehlverhalten eingeräumt und sich mit Behörden in den USA und Großbritannien auf eine Geldbuße von einer halben Milliarde Dollar geeinigt.

Für den Steuerstreit mit den USA, die Credit Suisse Beihilfe zu Steuerhinterziehung vorwerfen, stellte die Bank bereits im letzten Jahr 325 Millionen Dollar (322 Millionen Franken) zurück. Ende 2011 beliefen sich die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten auf insgesamt 870 Millionen Franken.

Kommentar: Dougans Flucht nach vorn

Kommentar

Dougans Flucht nach vorn

Die Credit-Suisse-Führung nimmt in Kauf, sich selbst zu widersprechen. Die angeblich gut kapitalisierte Schweizer Großbank hat auf einmal Kapitalmaßnahmen nötig. In den Maßnahmen verbergen sich auch Hoffnungswerte.

Zuletzt musste der Präsident der Schweizer Großbank Konzernchef Brady Dougan öffentlich in Schutz nehmen gegen Kritik an dessen Glaubwürdigkeit. „Der Verwaltungsrat steht hinter Brady Dougan und dem Topmanagement“," sagte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner der Zeitung „Finanz und Wirtschaft“.

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