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27.01.2004

16:13 Uhr

Zwischen Ablehnung und Sympathie

Image der Deutschen Bank gespalten

Die Schlagzeilen der letzten Woche haben der Deutschen Bank keine gute Presse beschert. Die Großkunden stellten sich demonstrativ hinter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, mancher Kleinanleger überlegte sich indes, ob er nicht sein Konto bei dem Institut auflösen soll.

Josef Ackermann mit "Victory"-Geste. Foto: dpa

Josef Ackermann mit "Victory"-Geste. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Seit der vergangenen Woche stehen die Deutsche Bank und ihr Vorstandssprecher Josef Ackermann im grellen Licht der Öffentlichkeit. Emotionen beherrschen das Bild im spektakulären Mannesmann-Prozess: Arrogantes Auftreten und Beleidigung des Gerichts werfen die einen Ackermann vor. Die anderen sehen durch den Prozess, der an diesem Mittwoch fortgesetzt wird, den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet. Die Börse reagiert gelassen: Der Aktienkurs der größten deutschen Bank hat sich seit dem Auftakt des Verfahrens kaum verändert.

Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen sorgen in den Frankfurter Zwillingstürmen für wenig Begeisterung. Neben dem Mannesmann-Prozess ist die Deutsche Bank noch in einen weiteren Rechtsstreit verwickelt, in dem sich der ehemalige Vorstandssprecher und heutige Aufsichtsratschef Rolf Breuer sich gegen schwere Vorwürfe des Ex- Medienunternehmers Leo Kirch zur Wehr setzen muss. Außerdem halten Ermittlungen der italienischen Justizbehörden im Zusammenhang mit dem Bilanzskandal um den Lebensmittelkonzern Parmalat die Anwälte des Kreditinstituts auf Trab.

Doch möglicherweise schaden diese Streitigkeiten dem Image der Bank weniger als eine symbolische Geste Ackermanns im Düsseldorfer Gericht: Das „Victory-Zeichen“, das der 55-jährige Schweizer lächelnd den Kameras entgegenstreckte - angeblich eine scherzhaft gemeinte Nachahmung von Popstar Michael Jackson. „Die Gestik, Mimik und Aussprüche von Ackermann waren wenig dazu angetan, ein Bild von Glaubwürdigkeit und Sympathie zu erzeugen“, resümiert Christoph Fasel, Experte für Krisenkommunikation bei der Unternehmensberatung WortFreunde.

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