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08.02.2005

12:37 Uhr

"Zynisches Spiel mit Beschäftigten"

SPD-Politikerin ruft zu Boykott von Deutscher Bank auf

Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti hat Kunden der Deutschen Bank dazu aufgerufen, dem Kreditinstitut wegen der geplanten weiteren Stellenstreichungen trotz guter Geschäftszahlen den Rücken zu kehren.

HB FRANKFURT. „Jeder Kunde der Deutschen Bank kann sich überlegen, ob er nicht mehr für Arbeitsplätze in Deutschland tut, wenn er zu einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse oder einer Genossenschaftsbank wechselt“, erklärte Ypsilanti am Dienstag in Wiesbaden. Die Deutsche Bank treibe ein zynisches Spiel mit den Beschäftigte, wenn sie trotz sinkender Steuern, sinkender Lohnnebenkosten und milliardenschwerer Gewinne 6 400 Arbeitsplätze abbaue. 2000 der Stellen sollen in Deutschland wegfallen.

„Die Politik hat die Rahmenbedingungen für die Unternehmen in einem sehr schwierigen Diskussionsprozess verbessert, trotzdem werden Stellen abgebaut. Die Deutsche Bank demontiert sich damit auch als ernst zu nehmender Gesprächspartner“, kritisierte die SPD-Politikerin. Auch zahlreiche andere Politiker protestieren gegen die Pläne von Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann. Er hatte in der vergangenen Woche einen Anstieg des Netto-Gewinns um 87 % auf 2,55 Mrd. € bekannt gegeben, zugleich aber erklärt, die Bank wolle ihren Sparkurs verschärfen. Seit Amtsantritt des Schweizers 2002 hat der Konzern rund 20 000 Stellen abgebaut.

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