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02.08.2013

17:12 Uhr

Zyprische Krisenbank

Jeder vierte Banker geht in den Vorruhestand

Die Kunden der Bank of Cyprus sind leidgeplagt. Das größte Geldhaus des kleinen Inselstaates zwingt Anleger, fast die Hälfte ihrer Einlagen in eine Beteiligung an der Bank einzutauschen. Jetzt wird am Personal gespart.

Filiale der Bank of Cyprus in Nikosia: Ein Viertel der Beschäftigten geht in den Vorruhestand. ap

Filiale der Bank of Cyprus in Nikosia: Ein Viertel der Beschäftigten geht in den Vorruhestand.

NikosiaBei der krisengeplagten Bank of Cyprus geht jeder vierte Mitarbeiter in den freiwilligen Vorruhestand. Die größte Bank des klammen Inselstaates erklärte am Freitag, in einem wichtigen Schritt für den Konzernumbau würden 1370 Beschäftigte das Institut verlassen.

Die Bank of Cyprus zwang im Rahmen des internationalen Rettungsprogramms vermögende Kunden dazu, fast die Hälfte ihrer Einlagen über 100.000 Euro in eine Beteiligung an der Bank einzutauschen. Sie will nun ihre Personalkosten um gut ein Drittel senken.

Demnach sollten Guthaben über 100.000 Euro, die bei der Bank of Cyprus deponiert wurden, zu 37,5 Prozent in Aktien der Bank umgewandelt werden. Weitere 22,5 Prozent wurden vorübergehend gesperrt. Davon sollen zwölf Prozent nun wieder freigegeben werden. Der Rest werde in drei Tranchen aufgeteilt, die dann nach sechs, neun und zwölf Monaten ebenfalls freigegeben werden sollen. Diese Regelung kann allerdings einmal verlängert werden. Die Zinsen auf diese Guthaben liegen den Angaben zufolge über den sonst üblichen Zinsen.

Eckpunkte des Zypern-Hilfspakets

Finanzbedarf

Hier gab es zuletzt Irritationen. Im Juni vergangenen Jahres hatte Zypern Hilfen von gut 17 Milliarden Euro beantragt. Nach langen Verhandlungen steht nun fest, dass die internationalen Geldgeber „nur“ bis zu zehn Milliarden Euro Hilfskredite bereitstellen werden bis zum ersten Quartal 2016. Bis zu neun Milliarden kommen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM, eine Milliarde will der Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Verfügung stellen.

Beitrag der Banken

Eigentümer und andere Gläubiger zyprischer Banken und deren Anleger mit Guthaben über 100.000 Euro werden zur Kasse gebeten. Die Laiki Bank wird abgewickelt, die Bank of Cyprus saniert. Allein über die Beteiligung ungesicherter Einlagen beider Banken sollen zur Rekapitalisierung schätzungsweise 8,3 Milliarden zusammenkommen. Der endgültige Betrag ist aber noch offen.

Weitere Einnahmen und Reformen

Die Unternehmens- und Zinsertragsteuer in Zypern steigen, Betriebe sollen privatisiert und Gold verkauft werden. Inländische Anleger sollen zu längeren Laufzeiten bei den von ihnen gehaltenen Staatsanleihen bewegt werden. Gefordert sind ferner auch eine Rentenreform, ein höheres Pensionsalter, Einschnitte beim Renteneintrittsalter und Kürzungen im Gesundheitssystem. Zypern soll zudem den Kampf gegen Geldwäsche verstärken.

Wirtschaftswachstum

Unterstellt wird, dass die zyprische Wirtschaft ab 2015 wieder mit positiven Wachstumsraten anzieht – nach einem Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt um 8,7 Prozent in diesem und 3,9 Prozent im nächsten Jahr.

Schuldenabbau und Etatsanierung

Der Schuldenstand wird nach fast 87 Prozent der Wirtschaftsleistung nach der Projektion bis zum Jahr 2015 auf den Spitzenwert von 126 Prozent klettern. Danach soll er sinken – auf 122 Prozent bis Ende 2016 und 2020 auf 104 Prozent.

Haftungsanpassung

Deutschland muss etwas mehr beim auslaufenden Rettungsfonds EFSF absichern. Zypern hatte beantragt, bei den Garantieleistungen für den EFSF entlastet zu werden. So ein „Stepping Out“ wurde auch anderen Ländern gewährt. Der deutsche Haftungsanteil erhöht sich damit von 29,07 auf 29,13 Prozent.

Portugal und Irland

Die Laufzeiten der Hilfskredite an beide Länder sollen um sieben Jahre verlängert werden. Das mindert Ansteckungsgefahren. Volumen und Auflagen ändern sich nicht.

Zur Abwendung der Staatspleite werden Sparer in Zypern stärker zur Kasse gebeten. Die Zwangsabgabe für vermögende Kunden bei dem größten Kreditinstitut des Landes belaufe sich auf 47,5 Prozent, hatten die nationale Zentralbank und das Finanzministerium am Dienstag mitgeteilt. Das krisengeschüttelte Euro-Land und seine Geldgeber hatten sich im März zunächst auf eine geringere Abgabe verständigt, nachdem erst ein noch höherer Beitrag von 60 Prozent im Gespräch gewesen war.

Die Beteiligung vermögender Sparer war in den zähen Verhandlungen zur Stabilisierung Zyperns die Gegenleistung für die zehn Milliarden Euro umfassenden Hilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Von

rtr

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