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03.05.2017

16:22 Uhr

Bargeld

Nur Bares ist Wahres

VonSarah Doll

Weniger Scheine und Münzen, dafür mehr elektronische Zahlungsmittel. So steht es um die Zahlungsmoral in Deutschland. Doch kaum jemand kann sich ein Leben ohne Bargeld vorstellen. Das hat nur fast immer nur einen Grund.

Gestapelte Münzen auf Geldscheinen: Die Deutschen lieben Bargeld. dpa

Scheine und Münzen

Gestapelte Münzen auf Geldscheinen: Die Deutschen lieben Bargeld.

FrankfurtDie Deutschen lieben Bargeld. Während Verbraucher in anderen europäischen Ländern auf den Beschluss der Abschaffung des 500-Euro-Scheins im Mai 2016 nur mit Schulterzucken geantwortet haben, reagierten die Deutschen emotional. Auch jetzt können sich rund 84 Prozent der Deutschen nicht vorstellen, jemals vollständig ohne Bargeld zu leben, heißt es in einer aktuellen Studie der Direktbank ING-DiBa.

Nur die Italiener hängen mit 85 Prozent noch mehr am Bargeld als die Deutschen. Doch die Bargeldnutzung sinkt: Etwa ein Drittel aller Deutschen griff innerhalb des letzten Jahres weniger zu Scheinen und Münzen als zuvor.

Zugleich steigt die Verwendung von elektronischen Zahlungsmitteln. Rund 45 Prozent der Zahlungen wurden 2016 im deutschen Einzelhandel per Kartenzahlung abgewickelt, fand das Forschungsinstitut EHI heraus. Doch bei vielen Deutschen überwiegt die Skepsis vor dem elektronischen Bezahlen. Nur die Hälfte der Deutschen empfindet das bargeldlose Bezahlen als sicher, wogegen fast 80 Prozent Bargeld als sicher bewerten.

„Der Sicherheitsaspekt lässt die Deutschen im Vergleich zum Rest Europas bevorzugt zum Bargeld greifen“, erklärt Chefökonom der ING-DiBa Carsten Brzeski. Im europäischen Vergleich pochen die Deutschen sehr auf die Sicherheit ihrer Daten. Das anonyme Bezahlen ohne Datenaustausch und ohne Nachverfolgung gefällt den Nutzern in Deutschland am Bargeld besonders. Im europäischen Durchschnitt unterscheidet sich die Sicherheitswahrnehmung von Bargeld kaum von bargeldloser Bezahlung.

Kommentare (3)

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Frau Edelgard Kah

03.05.2017, 18:02 Uhr

Sehr geehrte Frau Doll,

auch Sie sind sicher schon vor einer der Kassen eines Lebensmitteldiscounters gestanden. In der Schlange stehend ärgere ich mich jedes Mal, wenn einer der Kunden vor mir bargeldlos bezahlt. Das dauert viel länger als Barzahlung und hält die ganze Schlange auf.

Ein anderer Punkt: Abbuchungen von meinem Konto erschweren eine finanzielle Planung. Sie verleiten zu dem Glauben, das Konto sei ein Goldesel, der jeden Wunsch erfüllt. Wenn ich stattdessen das Haushaltsgeld für die laufende Woche abhebe, reicht ein kurzer Blick in meine Geldbörse. Ich weiß sofort, wieviel Geld ich bereits ausgegeben und wieviel ich noch zur Verfügung habe. Ich habe jederzeit und mühelos eine aktuelle finanzielle Bilanz. Hinzu kommt, dass ich nicht die mindeste Bereitschaft habe, das Bank- und Kreditkartengewerbe finanziell zu unterstützen.

Enrico Caruso

03.05.2017, 18:44 Uhr

Was die "Experten" so labern .....

Und dann das hier: <<Gerade bei Ein-Cent- und Zwei-Cent-Stücken ist das Handling für den Handel umständlich und teuer.>>
Warum rundet der Handel dann die Beträge nicht einfach auf? Diese Komma-99-Preise sind auch für mich als Verbraucher umständlich! Also auch hier nur dummes Gelaber.

Und wir Bargeldbezahler sind weder schwer von Begriff noch muss uns da irgend etwas "vermittelt" werden. Wir merken bloß, dass uns da wieder irgend etwas aufgeschwatzt werden soll, das wir nicht haben wollen und schon gar nicht brauchen.

Herr Georg Wengert

04.05.2017, 12:11 Uhr

Der Sicherheitseinwand ist m. E. nur ein vorgeschobenes Argument für die Beibehaltung des Bargeldes. Der vorrangige Grund ist die Möglichkeit, mit dem Bargeld unlautere Geschäftspraktiken zu betreiben, wie Steuerhinterziehung, Korruption, Geldwäsche, Betrug, Diebstahl, usw.. Allein die Schwarzgeldwirtschaft hat allein in D einen Umfang von ca. 400 Mrd. Euro, was einen jährliche Ausfall an Steuern und Sozialabgaben von ca. 80 Mrd. Euro bedeutet. Auch der Kriminalität könnte man mit der Abschaffung des Bargeldes einen gewaltigen Schlag versetzen. Aber leider denkt jeder Einzelne nur an sich, wenn es um die Möglichkeit geht, sich mit dem Bargeld "Vorteile" zu verschaffen.

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