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24.02.2016

15:38 Uhr

Bargeld ohne Zukunft?

Nachfrage nach großen Geldscheinen steigt plötzlich

VonJulian Trauthig

In der Schweiz und Japan ist der Umlauf großer Banknoten deutlich gestiegen. Viele Ökonomen und auch die Schweizer Notenbank sehen Negativzinsen als einen Grund dafür. Was heißt das für den umstrittenen 500-Euro-Schein?

Die Nachfrage nach 1000-Franken-Noten hat deutlich zugenommen. dpa

Franken und Euro

Die Nachfrage nach 1000-Franken-Noten hat deutlich zugenommen.

FrankfurtDie Angst vor Negativzinsen auch für den normalen Sparer scheint zu einer deutlich höheren Nachfrage nach großen Geldscheinen zu führen. Sowohl in der Schweiz, die Ende 2014 die Einführung von Minuszinsen verkündete, als auch in Japan, das Anfang des Jahres Negativzinsen einführte, ist im vergangenen Jahr die Nachfrage nach den jeweils größten Banknoten deutlich gestiegen.

In der Schweiz stieg der Umlauf von 1000-Franken-Scheinen, eine der Banknoten der Welt mit dem höchsten Wert, auf 45,2 Milliarden Franken im Dezember 2015 von 40,5 Milliarden im Vorjahresmonats. Seit der Verkündung der Minuszinsen ging der Umlauf um mehr als 17 Prozent nach oben, wie Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von Montag zeigen. Eine Sprecherin der SNB sagte dem „Wall Street Journal“, dass der Anstieg der Nachfrage „zu einem gewissen Grad wegen der Negativzinsen“ gestiegen sei.

In Japan stieg die Nachfrage sogar schon vor der Verkündung der Negativzinsen. Im vergangenen Jahr ging die Anzahl an 10.000-Yen-Noten um 6,2 Prozent nach oben, der größte Sprung innerhalb eines Jahres seit 2002.

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„Die Negativzins-Politik wird wahrscheinlich die Präferenz der japanischen Haushalte nach mehr Cash noch intensivieren“, sagte Hideo Kumano, Volkswirt am Dai-ichi Life Research Institute der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Trend zu mehr Bargeld spiegele die Sorge um die Verfassung der Wirtschaft wider. „Das ist keine gute Entwicklung.“

Der Bargeldumlauf in der Euro-Zone steigt ebenfalls seit Jahren. So deutliche Sprünge wie in der Schweiz oder Japan sind beim 500-Euro-Schein jedoch bislang nicht aus den Daten der Europäischen Zentralbank abzulesen. Die Nachfrage nach 50-Euro-Scheinen oder 100ern zog beispielsweise deutlich stärker an.

Kommentare (42)

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Herr Marc Otto

24.02.2016, 15:53 Uhr

Unds die Ironie bei der ganzen Sache ist, dass die hoch-verschuldeten Länder, weltweit, nun auch noch Geschäfte mit ihren Schulden machen.

Fatal
Fatal

war wohl nix mit dem Zusammenbruch der Nationen aufgrund von Überschuldung.

Herr Fritz Yoski

24.02.2016, 16:00 Uhr

Die ersten, zaghaften Schritte in eine Welt ohne Bargeld ist das Verbot von grossen Scheinen. Unter dem Vorwand der Terrorismusbekaempfung wird nach und nach alles Bargeld abgeschafft.
Dann lassen sich:
1. Ganz massiv Negativzinsen durchdruecken, also nicht -0,2% sondern zum Beispiel -4%.
2. Bail-Ins, wenn das Finanzsystem mal wieder in Schieflage geraet lassen sich ganz bequem die Spareinlagen anzapfen. Die Sparer koennen ja nicht mehr in Bargeld fluechten.
3. Es lassen sich alle Transaktionen verfolgen. Herr Meier gibt sein Geld fuer Pronos aus, Herr Schmidt hat einen erhoehten Alkoholkonsum und Herr Schulze ...also wofuer der sein Geld ausgibt darf ich hier gar nicht schreiben.
4. Wer politisch zu weit aus dem Mainstream faellt dem wird der Zugang zum elektronischen Geld gesperrt. Keine Miete, keine Lebensmittel, keine Stromrechnung, usw. Mit diesem Drohpotential werden alle ganz schnell gefuegig gemacht.

Das sind die wahren Gruende fuer den Krieg gegen das Bargeld, die totale Kontrolle ueber die Bevoelkerung. Deshalb geht es in letzter Zeit auch wieder mit Edelmetallen aufwaerts.

Baron v. Fink

24.02.2016, 16:03 Uhr

Gold, Sachwerte und Bares immer schön vergraben (bildlich geschrieben) und nie das tun was der Menzel sagt.

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