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15.11.2016

09:30 Uhr

Berkshire Hathaway

Warren Buffett hebt ab

Jahrzehntelang hatten Investoren eine Abneigung gegen US-Fluggesellschaften. Doch Warren Buffett sieht das komplett anders – und investiert gleich eine Milliardensumme in Airline-Aktien.

Der Vorstandschef von Berkshire Hathaway setzt nun verstärkt auf Airline-Aktien. Reuters

Warren Buffett

Der Vorstandschef von Berkshire Hathaway setzt nun verstärkt auf Airline-Aktien.

Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist mit insgesamt 1,5 Milliarden Dollar in drei der größten kommerziellen US-Luftfahrtunternehmen investiert. Das ergab die turnusmäßige Offenlegung der Investitionen am vergangenen Montag.

Berkshire hält 21,8 Millionen Aktien von American Airlines im Wert von fast 800 Millionen US-Dollar. Weiterhin hat das in Nebraska beheimatete Unternehmen auch 6,33 Millionen Aktien der Delta Air Lines und weitere 4,53 Millionen von United Continental. Und laut dem Fernsehsender CNBC ist Buffetts Holding auch in Southwest Airlines investiert.

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„Das heißt: Der Lauf ist für Airlines nicht vorbei“, sagte Joe DeNardi, Analyst bei Stifel Nicolaus. Seiner Ansicht nach haben die Investments noch Potenzial. Airline-Aktien sind im Jahr 2014 gestiegen, konnten ihre Rally aber aufgrund steigender Kosten für Treibstoff und Löhne nicht halten. Bis 2018 dürfte nach Ansicht von DeNardi die Spitze der Lohnkosten aber erreicht sein.

Der Index für US-Airlines-Aktien der Wirtschaftsnachrichten-Agentur Bloomberg ist in diesem Jahr um rund 1,8 Prozent gestiegen und liegt damit 5,9 Prozent über der Wertentwicklung des S&P 500. Die Branche profitierte in den vergangenen Jahren von den gesunkenen Treibstoffkosten und vom Abflauen des Preiskampfes in den USA, weil sich Airlines zusammengeschlossen haben. Die vier führenden US-Anbieter verbuchten deshalb 2015 einen Rekordgewinn von zusammen 21,7 Milliarden Dollar.

Buffett setzt verstärkt auf das Wachstum der US-Wirtschaft, indem er in Transportgesellschaften investiert. Berkshire besitzt die BNSF Eisenbahn, den McLane Lkw-Betrieb und ein Netzwerk von Autohäusern. Zudem gehören dem Konzern die Luxus-Luftfahrtfirma Netjets und Precision Castparts, ein Hersteller von Produkten für die Flugzeugindustrie.

Noch im Jahr 2001 hatte Buffett Investitionen in Airline-Aktien abgeschworen und eine Beteiligung an US Airways als „Fehler“ bezeichnet. Damals sagte er, dass die Industrie unrentabel sei – von der Zeit der Anfänge mit Wilbur und Orville Wright bis zum Jahr 1991. „Wenn ich den Drang bekomme, in Airlines zu investieren, rufe ich eine 800-Nummer an, und ich sage: Hallo, mein Name ist Warren, und ich bin ein Luft-o-Holic“, sagte er. „Manchmal dauert es zehn Minuten, um mich davon abzuhalten, manchmal mehr.“

Die goldenen Regeln des Value-Investors Warren Buffett

Gezielt auswählen

Konzentrieren Sie Ihre Investments auf herausragende Unternehmen, die von einem starken Management geleitet werden.

Weniger ist mehr

Beschränken Sie sich auf Unternehmen, die Sie wirklich verstehen können. Zehn bis 20 sind in Ordnung, ab 20 ist Ärger vorprogrammiert.

Viel auf Wenige setzen

Suchen Sie sich unter Ihren guten Unternehmen die besten aus und stecken Sie den größten Teil Ihrer Investments in diese.

Langfristig denken

Denken Sie langfristig: mindestens fünf bis zehn Jahre.

Keine Panik

Volatilität kommt vor. Bleiben Sie dran.

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

An den jüngsten Investments waren eher seine Mitarbeiter wie Todd Combs oder Ted Weschler beteiligt. Buffett beschränkt sich oft auf den Kauf größerer Beteiligungen wie bei Wells Fargo oder Coca-Cola.

American-Airlines-Aktien kletterten nach der Veröffentlichung der Berkshire-Daten um 4,1 Prozent auf 45,20 Dollar im erweiterten Handel in New York. Delta-Titel stiegen um 3,4 Prozent auf 49,10 Dollar. United Continental kletterte um 2,2 Prozent auf 64,35 Dollar.

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