Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2005

07:23 Uhr

Berliner Regierungskreise erwarten, dass sich Asiens Regierungen dem währungspolitischen Druck widersetzen

G7-Treffen bewegt die Devisenmärkte

VonK. C. Engelen (N. Häring)

Berliner Regierungskreise erwarten von dem Treffen der sieben größten Industrienationen (G7) Anfang Februar keine neuen Weichenstellungen in der Wechselkurspolitik. Entsprechende Spekulationen an den Devisenmärkten dürften damit einen Dämpfer erhalten. Auf Grund dieser Spekulationen markierte der japanische Yen gestern am zweiten Handelstag in Folge ein neues Fünfjahreshoch gegenüber dem Dollar bei 101,70 Yen je Dollar.

BERLIN/FRANKFURT/M. Der Auslöser für den Aufwertungsdruck auf die asiatischen Währungen waren Äußerungen führender Vertreter der europäischen Zentralbank (EZB). EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hatten in der vergangenen Woche den asiatischen Ländern die Schlüsselrolle beim Abbau der internationalen Handelsungleichgewichte zugewiesen und in diesem Zusammenhang eine entsprechende Währungsaufwertung verlangt. Europa habe seinen Teil der Anpassung durch die Aufwertung des Euros bereits geleistet, hatte Issing gesagt. Diese sei bereits zu weit gegangen.

An den Finanzmärkten wurden diese Bemerkungen als vor allem auf China gerichtet interpretiert. China, das an dem G7-Treffen als Beobachter teilnehmen wird, hat seine Währung, die als deutlich unterbewertet gilt, an den Dollar gekoppelt. Das Festhalten an der Dollarbindung gilt als wichtiges Hindernis für die Aufwertung anderer asiatischer Währungen.

Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg unter 68 Devisenhändlern empfehlen 65 Prozent der Befragten, Dollar gegen Yen zu verkaufen. Diese Strategie wird vor allem mit der Erwartung begründet, die G7 würde die asiatischen Länder zu einer Aufwertung drängen.

In den Berliner Regierungskreisen, die mit der Vorbereitung des Treffens betraut sind, ist man überzeugt, dass internationaler Druck auf China keine Wirkung hat. „Die Chinesen würden dann etwas für die Währungsflexibilisierung tun, wenn sie selbst den Zeitpunkt für richtig halten. Damit wird in Berlin kurzfristig nicht gerechnet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×