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05.03.2014

10:48 Uhr

Beteiligungsgeschäft

Investoren sind wieder in Kauflaune

Das Private-Equity-Geschäft zieht in Europa wieder an. Deutlich mehr Investitionen und steigende Märkte sorgen für ein gutes Umfeld. Auch US-Investoren interessieren sich wieder für den Alten Kontinent.

Finanzinvestoren sind wieder deutlich optimistischer. Auch in Europa finden sich attraktive Kaufkandidaten. So will sich der Anlagenbauer GEA (im Bild die Firmenzentrale in Bochum) von seinem Wärmetauschergeschäft trennen. dpa

Finanzinvestoren sind wieder deutlich optimistischer. Auch in Europa finden sich attraktive Kaufkandidaten. So will sich der Anlagenbauer GEA (im Bild die Firmenzentrale in Bochum) von seinem Wärmetauschergeschäft trennen.

BerlinDie Finanzinvestoren in Europa wittern Morgenluft. „Die Branche blickt mit viel Zuversicht in die Zukunft“, teilt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zu einer Studie unter 232 Private-Equity-Gesellschaften mit. In diesem Jahr rechneten 60 Prozent der befragten Häuser mit anziehenden Märkten und fast 70 Prozent mit höheren Investitionen.

Die Finanzierungsbedingungen hätten sich deutlich verbessert. Der positive Trend werde sich in diesem Jahr weiter verstärken. „Ein Anknüpfen an die Boom-Zeit vor der Krise halte ich jedoch aktuell für unwahrscheinlich“, erklärte Steve Roberts, der das Private-Equity-Geschäft bei PwC in Deutschland leitet.

Bis 2007 hatten Finanzinvestoren wie die Branchengrößen Blackstone oder KKR dank einer Kreditschwemme einen Milliardendeal nach dem anderen gestemmt, inzwischen fristen sie in Europa eher ein Schattendasein.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

In den USA hingegen sorgte Cinven just am Montag für einen neuen großen Deal: Die Beteiligungsgesellschaft bestätigte, dass sie für umgerechnet 667 Millionen Euro das auf Pharma-Auftragsforschung spezialisierte Unternehmen Medpace übernimmt. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Wochenende darüber berichtet.

Die Beteiligungsfirmen in Deutschland zogen für das vergangene Jahr eine eher durchwachsene Bilanz. Die Branche investierte rund 4,7 Milliarden Euro in hiesige Firmen - 29 Prozent weniger als 2012, wie der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) mitteilte.

Einerseits gab es weniger große Deals, andererseits bekommen die Investoren zunehmend Konkurrenz von Gesellschaften, die das Vermögen reicher Familien („Family Office“) verwalten.

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