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08.01.2012

11:15 Uhr

Bevölkerungswandel

Die neue Weltordnung an den Märkten

VonJörg Hackhausen, Laura de la Motte

Die Menschen in den Industriestaaten werden nicht nur älter, sie werden auch weniger. Das wirkt sich auf die Finanzmärkte aus. Wachstum wird künftig woanders stattfinden. Unternehmer und Anleger müssen umdenken.

Die Bevölkerungsentwicklung hat für Anleger weitreichende Folgen. ap

Die Bevölkerungsentwicklung hat für Anleger weitreichende Folgen.

Düsseldorf, FrankfurtDer Begriff „Alte Welt“ hat eine ganz neue Bedeutung bekommen: Er steht heute für die Überalterung der Bevölkerung in den entwickelten Industriestaaten. Dass die Menschen älter werden, ist erfreulich. Allerdings kommen gleichzeitig immer weniger junge nach. Das wiederum bringt Volkswirtschaften und Börsen in ernsthafte Schwierigkeiten.

In Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt bereits jetzt 21 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt, zwei Prozent sind über 85 Jahre. Bis 2030 werden diese Werte auf 29 Prozent beziehungsweise vier Prozent steigen, bis 2060 auf 34 Prozent und neun Prozent. Das heißt: In 50 Jahren wird ein Drittel der Bevölkerung älter als 65 sein. In anderen Industrieländern ist das nicht viel anders. In der schwierigsten Lage sind die Japaner. Unter den Industriestaaten am besten aufgestellt sind noch die USA, weil stetig junge Einwanderer ins Land kommen.

"Die Alterung einer Gesellschaft hat auch indirekte Folgen für das Wirtschaftswachstum. So kann durch das Ausscheiden älterer, erfahrener Mitarbeiter viel Wissen verloren gehen, was die Produktivität senkt", sagt Bernd Allgäuer von der VP Bank. Die deutsche Wirtschaft warnt bereits jetzt vor akutem Fachkräftemangel. Diese langfristigen Trends wirken sich nicht nur auf die Wirtschaft aus, sondern auch auf die Finanzwelt und die Anleger.

Ältere Menschen legen ihr Geld weniger riskant an; sie stecken es in sichere Anlagen oder nutzen es, um davon das Leben im Ruhestand zu finanzieren. Mit Renteneintritt schichteten die Menschen ihr Vermögen in festverzinsliche Produkte um, meint Harald Preißler, Chefvolkswirt beim Anleihemanager Bantleon. Damit versiege der Nachschub für Aktien.

„Demografische Entwicklungen wie das Bevölkerungswachstum, die veränderte Bevölkerungsstruktur und die steigenden Lebenserwartungen dürften sich auf das Wachstum, das Sparverhalten sowie Risikoneigung bei der Kapitalnachfrage in einer Volkswirtschaft auswirken. Und damit sehr wahrscheinlich auch auf die Preisentwicklungen von Vermögensklassen an den Kapitalmärkten“, schreiben die Analysten der Allianz in einer Studie.

Prognose zur Entwicklung der Gesamtbevölkerung Deutschlands bis 2060 (in Millionen)
  
201081,55
201580,77
202079,91
202578,79
203077,35
203575,69
204073,83
204571,73
205069,41
205566,99
206064,65
Quelle: Statistisches Bundesamt

Einige Experten glauben, dass den Börsen deshalb der sogenannte „Asset Meltdown“, der große Ausverkauf droht. Dann nämlich, wenn die geburtenstarken Jahrgänge - das sind die, deren Geburtsjahre zwischen 1946 und 1965 liegen - in Rente gehen und ihre Depots auflösen. Die riesigen Euro- und Dollar-Abflüsse könnten die Börsen ins Wanken bringen, so die Sorge.

Kommentare (72)

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Toni

22.12.2011, 09:49 Uhr

Immer der selbe Unsinn:
Global wächst die Weltbevölkerung, in den Industriestaaten nimmt sie ab.
Na und? Wir werden mit globalen Wanderungsbewegungen konfropntiert werden, bei uns regional von Ost- nach Westeuropa.
Und dann stimmt das ganze Zahlenwerk nicht mehr.

jensgebhardt

22.12.2011, 09:56 Uhr

Hallo,

wenn 9% älter als 85 Jahre sind, dann sind sie gleichzeitig älter als 65 Jahre und somit in den 34% bereits enthalten! Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!
Fast die Hälfte Älter als 65 taugt natürlich mehr zur Panikmache als rund ein Drittel.

Jens Gebhardt

Old_Player

22.12.2011, 10:06 Uhr

Ist Unsinn, die Aktien werden (dann) weltweit gehandelt. Eine venünftige Rendite zieht automatisch Geld an.

Der Artikelschreiber lebt wohl noch im vergangenen Jahrtausend.^^

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