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23.07.2015

11:11 Uhr

Bewerber um US-Präsidentschaft

Donald Trump und die Deutsche Bank

VonMartin Dowideit

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sein Vermögen offengelegt. Das Dokument zeigt: Zur Deutschen Bank pflegt er Geschäftsbeziehungen. Er steht bei dem Institut mit mehr als 80 Millionen Dollar in der Kreide.

Diese Luxus-Hotelanlage Donald Trumps in Florida hat die Deutsche Bank mit zwei großen Darlehen mitfinanziert. Imago

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Diese Luxus-Hotelanlage Donald Trumps in Florida hat die Deutsche Bank mit zwei großen Darlehen mitfinanziert.

DüsseldorfSatte 92 Seiten umfasst das Dokument, in dem der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump seine Finanzen offengelegt hat. Das ist Pflicht für jeden Bewerber für das Amt, doch bei Trump war mit besonderer Aufmerksamkeit darauf gewartet worden. Denn er ist einer der reichsten Anwärter aller Zeiten.

Wie viele Milliarden die Dutzenden Gebäude und Hunderte Aktienpositionen genau wert sind, das ist zwar weiter unklar. Sprecher seiner Bewerbungskampagne nennen zehn Milliarden Dollar als realistischen Wert – die Offenlegungsformulare seien nicht für Personen mit so viel Reichtum konzipiert.

Aber egal, wie viele Milliarden es genau sind: Die detaillierte Auflistung gibt einen interessanten Einblick in die Vermögensstruktur des Immobilienmoguls. 515 Geschäftseinheiten gibt er an, darunter viele Gebäude und Immobilien, die seinen Namen tragen: Trump Las Vegas, Trump National Golf Club, Trump International Tower & Hotel.

Außerdem listet er aber auch einige Aktiendepots und Kreditbeziehungen auf. Besonderes Vertrauen schenkt er der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank. Das Institut lehnt jeden Kommentar zum prominenten Kunden ab. „Zu möglichen oder tatsächlichen Kundenverbindungen“ gebe die Bank grundsätzlich keine Auskunft.

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Donald Trump

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Er ist ruppig, ausfallend, beleidigend und kokettiert mit seinem Reichtum. Donald Trump ist das Enfant Terrible des US-Vorwahlkampfs. Doch die republikanische Partei hat keine andere Wahl: Sie muss an ihm festhalten.

Im Offenlegungsdokument muss Trump die von ihm gehaltenen oder mit Gewinn verkauften Aktien Einnahmespannen eingeben. Daraus ergibt sich, dass seine Aktienportfolios einen Wert von 33,4 bis 87,9 Millionen Dollar (80 Millionen Euro) haben.

Den größten Anteil davon hält Trump bei der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, 173 Positionen im Wert von bis zu 51 Millionen Dollar. Die weiteren Depots bei Oppenheimer, JP Morgan und Barclays erhalten größtenteils deutlich weniger Vermögen.

Der Fahrplan bis zur Präsidentschaftswahl

Die Präsidentenwahl und ihr Prozedere

Mit der erwarteten Bewerbung von Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nimmt der Wahlkampf 2016 in den USA weiter Form an. Bei den Republikanern hat unter anderem bereits der frühere Gouverneur des Bundesstaates Florida, Jeb Bush, sein Interesse bekundet. Der Weg zu den Wahlen im November 2016 ist aber noch lang. Informationen AFP

Erstes Abtasten

Bei Demokraten und Republikaner nimmt das Rennen um das Weiße Haus in diesem Jahr Fahrt auf. Im Ringen um die Kandidatur ihrer Partei sammeln die Bewerber Spenden, reisen zu Kundgebungen quer durch das Land und werden sich in ersten parteiinternen TV-Debatten messen. Die Präsidentschaftsanwärter konzentrieren sich zu diesem Zeitpunkt vor allem darauf, die Basis der eigenen Partei von sich zu überzeugen.

Basisdemokratie bei den Vorwahlen

Anfang 2016 beginnen die Vorwahlen, traditionell im ländlich geprägten Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen. Nach und nach stellen sich die republikanischen und demokratischen Bewerber in allen 50 Bundesstaaten dem Votum der Wähler, um die Kandidatur ihrer Partei zu gewinnen. Bei manchen Vorwahlen dürfen nur registrierte Parteimitglieder teilnehmen, andere sind offen für alle Wahlberechtigten. Die Abstimmungen ziehen sich bis in den Frühsommer, meist stehen die Mehrheitsverhältnisse aber schon vorher fest. Favoriten kristallisieren sich oft nach dem sogenannten Super-Dienstag heraus, bei dem eine Reihe von Bundesstaaten gleichzeitig abstimmen.

Kandidatenkür

Abschluss des Vorwahlprozesses sind die sogenannten Conventions, bei denen Delegierte aus allen Bundesstaaten den Kandidaten ihrer Partei auf den Schild heben. Die Zahl der Vertreter, die jeder Staat entsenden darf, wird durch eine komplizierte Formel festgelegt und hängt vor allem von seiner Bevölkerungsstärke ab. Die meisten Delegierten sind an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden. Die Republikaner halten ihre Convention Mitte Juli 2016 in Cleveland im Bundesstaat Ohio ab. Der Nominierungsparteitag der Demokraten findet eine Woche später in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania statt.

Die heiße Phase

Im Herbst 2016 liegen die entscheidenden Wochen des Wahlkampfes. Fast täglich erscheinen neue Umfrageergebnisse, mit denen Republikaner und Demokraten ihre Chancen abschätzen können. In Fernsehduellen debattieren die Kandidaten innen- und außenpolitische Themen, während die Bevölkerung in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Florida oder Ohio mit Wahlwerbespots überschwemmt wird. Beide Parteien sind auf der Hut vor einer "October Surprise" - ein unerwartetes Ereignis im Oktober, das dem Präsidentschaftsrennen eine neue Dynamik geben könnte.

Tag der Entscheidung

Im Herbst 2016 liegen die entscheidenden Wochen des Wahlkampfes. Fast täglich erscheinen neue Umfrageergebnisse, mit denen Republikaner und Demokraten ihre Chancen abschätzen können. In Fernsehduellen debattieren die Kandidaten innen- und außenpolitische Themen, während die Bevölkerung in besonders umkämpften Bundesstaaten wie Florida oder Ohio mit Wahlwerbespots überschwemmt wird. Beide Parteien sind auf der Hut vor einer "October Surprise" - ein unerwartetes Ereignis im Oktober, das dem Präsidentschaftsrennen eine neue Dynamik geben könnte.

Während Trump der deutschen Vermögensverwaltung traut, setzt er bei der Aktienauswahl vor allen Dingen auf große US-amerikanischen Unternehmen. Deutsche Titel finden sich lediglich an drei Stellen: Deutsche Telekom, die Telekom-Tochter T-Mobile US und US-Papiere von Volkswagen.

Die Telekom-Anteile haben allerdings einen Wert von weniger als 1000 Dollar, seine T-Mobile US-Papiere sind zwischen 15.000 und 50.000 Dollar wert. Seine Volkswagen-Aktien werden als verkauft geführt, in der Spanne zwischen 100.000 und eine Million Dollar.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.07.2015, 17:04 Uhr

Wer derart gute Entwicklerarbeit zu leisten in der Lage ist, der wird bei seinen Zwischen- und Endfinanzierungen ganz sicher auch Darlehen der DB finden, zumal solch relativ kleine im Verhältnis zur Gesamtfinanzierung, wie beschrieben

Trump selbst wird sich dagegen kaum mit derart minimalen Finanzvolumina abgeben und den Bewerbungen darum seitens vieler Banken aus USA und dem Rest der Welt. Das ist schließlich deren Geschäft. Das von Trump hingegen ist Property Development - wobei er vieles davon auch über längere Zeit selber hält, was gelegentlich nötig, mitunter aber auch sehr sinnvoll ist.
Das machen seine Angestellten unterer Ebenen.

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