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26.03.2011

08:17 Uhr

Blackrock-Chefstratege

„Der Aufwärtstrend ist intakt“

VonRolf Benders

ExklusivBob Doll ist Chefstratege von Blackrock, dem größten Vermögensverwalter der Welt. Im Interview spricht er über die Auswirkungen der Krisen in Japan und Libyen auf die Weltkonjunktur.

Blackrock-Chefstratege Bob Doll erwartet einen langfristigen Aufwärtstrend. Quelle: Reuters

Blackrock-Chefstratege Bob Doll erwartet einen langfristigen Aufwärtstrend.

New YorkHandelsblatt: Herr Doll, wie werden sich angesichts der aktuellen Krisen die Märkte entwickeln?

Bob Doll: Man hat den Eindruck, als hätten wir das Schlimmste an Korrekturen hinter uns. Aber der Markt wird noch eine Weile abwarten, bis die Unsicherheiten wegen Japan und der Probleme etwa in Libyen ausgeräumt sind. Der S&P 500 wird wohl zunächst zwischen 1250 und 1330 Punkten hin- und herpendeln.

Sie klingen trotz der Ereignisse in Japan und Libyen relativ entspannt…

Wir sind der Ansicht, dass die langfristige Erholung der Weltkonjunktur nicht wirklich gebremst wird und der langfristige Aufwärtstrend weiter intakt ist.

Japan spielt also keine große Rolle?

Wenn man die nukleare Katastrophe außen vor lässt, ist das Risiko der Ereignisse in Japan für die Weltwirtschaft nahe null. Japan macht neun Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung aus und die betroffene Region weniger als neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Japan. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.

Und was ist mit der real existierenden Nuklearkatastrophe?

Als solche ist sie – so bitter es für die Menschen vor Ort ist – auch ohne große direkte Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Aber sie hat natürlich einen psychologischen Effekt. Wenn die Leute aus Angst zu Hause bleiben und CNN gucken, statt ins Einkaufszentrum zu gehen, spürt die Wirtschaft das. Und dann ist der Effekt sehr real. Aber das bleibt abzuwarten.

Und die Krise in Libyen und der arabischen Welt?

Die Volkswirtschaften der Region sind so klein, dass die Unruhen keinen Effekt auf das weltweite Wirtschaftswachstum haben. Der Ölpreis ist der springende Punkt. Solange die Unruhen nicht etwa nach Saudi-Arabien überspringen und der Ölpreis bei 100 Dollar bleibt, ist der Effekt begrenzt.

Kommentare (5)

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26.03.2011, 12:09 Uhr

Mir sind die Punkte "Staatsverschuldung", "Geldvermehrung", "Inflationsgefahr" und vor allem die wieder aufgeflammten "Zockereien der Banken" eindeutig zu kurz gekommen. Ich habe den Eindruck, Herr Doll blendet bewußt die realen Risiken einfach aus.

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26.03.2011, 13:09 Uhr

Fortsetzung:
Der Niedriglohnbereichs zählt nicht in der Statistik, ebenso nicht die Millionen Zeitarbeiter, die für einen Teil des Geldes arbeiten und ruck-zuck wieder entlassen werden können.

Ohne einen Reset im Finanzsystem und der Aufteilung in Zocker- und Geschäftsbanken wird es in den westlichen Industriestaaten keinen Aufschwung geben – so sicher wie das Amen in der Kirche.

Da sind uns die Araber um Meilen voraus.

Account gelöscht!

26.03.2011, 13:10 Uhr

„Der Aufwärtstrend ist intakt“.

Würde dieser Artikel am 01.April hier stehen, dann hätte ich dafür Verständnis.

In den letzten 2 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 Bio. $ aufgewendet, natürlich alles auf Pump, um einen selbsttragenden Aufschwung einzuleiten und um die Bankster zu retten. Beides ist gründlich schiefgegangen. Dafür sind jetzt die Retter pleite.

Die Zentralbanken weltweit kaufen schon längst die Staatsanleihen, um das Zinsniveau niedrig zu halten (und um das Armageddon hinauszuschieben). Dieses Verhalten hatten wir bisher nur in Kriegszeiten.

Im Quartalsbericht der BIZ vom 06.2008 geht hervor, dass die Bankster weltweit auf über 600 Billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel sitzen. Europas Bankster sitzen auf 17,2 Billionen € Risiken. In den letzten 2 Jahren haben Europas Bankster von der EZB 4789 Milliarden € fast zinslose Gelder erhalten. Doch dieses Geld wurde schon wieder an den Börsen und im Eigenhandel verzockt. Derzeit gewährt die EZB bis zu 25 Mrd. € täglich!! an die Bankster, damit die Börsenkurse oben gehalten und die Banken fiktive Gewinne erzielen, um so ihre Millionenzahlungen an Boni zu rechtfertigen. Welch ein erbärmlicher Haufen Krimineller!!

Andere Rettungspakete der Bankster werden uns als Euro-Rettungspakete verkauft. Die Nutznießer sind ausschließlich die Bankster!!

Die derzeitige Situation ist um ein vielfaches schlimmer, als noch vor 2 Jahren. Sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete laufen dieses Jahr aus, die Staaten sind bankrott.
Wegbrechende Steuereinnahmen treffen auf explodierende Ausgaben für Soziales und den Kapitaldienst.

Vor allem die Asiaten, denen wir unseren „Aufschwung auf Pump“ zu verdanken hatten, reduzieren ab 2011 ganz massiv ihre Programme.

Weltweit geschönte Arbeitslosenstatistiken sollen einen Aufschwung suggerieren. In den USA liegt die tatsächliche Arbeitslosigkeit bei ca. 20%. Bei uns sind 7,5 Mio. Bürger auf staatliche Leistungen angewiesen.

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