Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.04.2016

13:17 Uhr

Blackrock-Stratege

Schwellenländer kehren in Portfolios zurück

VonFrank Wiebe

Großanleger sehen neue Chancen in Schwellenländern. Während die Regierungen dort lange Zeit überwiegend für Probleme sorgten, schaffen sie jetzt ein besseres Umfeld für Aktien und Anleihen.

Stabile Währung in China und eine vorsichtige Geldpolitik der Fed machen Schwellenländer wieder attraktiv. AP

Schwellenländer

Stabile Währung in China und eine vorsichtige Geldpolitik der Fed machen Schwellenländer wieder attraktiv.

New YorkDrei Trends haben sich laut Gerardo Rodriguez von Blackrock grundlegend zu Gunsten der Schwellenländer verändert. Einmal sind kürzlich wieder positive Wirtschaftsdaten aus China gekommen. Während die Regierung dort im vergangenen Sommer durch eine zögerliche, schlecht kommunizierte Lockerung der eigenen Währung für Unruhe sorgte, hat sie die Situation jetzt wieder im Griff.

Die Währung ist stabiler und eine großzügige Finanzpolitik hält die Wirtschaft auf Kurs, davon profitieren auch fast alle anderen Schwellenländer. „Wir wissen, dass diese Politik auf Dauer nicht durchzuhalten ist“, räumt Rodriguez ein. Aber seiner Meinung nach ist der Punkt, wo der Staat die Wirtschaft nicht weiter stützen kann, noch „Jahre entfernt“. Denn China, so sagt der Schwellenmarkt-Experte, habe nur wenig Auslandsschulden, außerdem seien private Kredite intern gut durch das Geld von Sparern refinanziert.

„Emerging Markets”: Schwellenländer-Aktien vor dem Comeback?

„Emerging Markets”

Schwellenländer-Aktien vor dem Comeback?

Die Börsen in den aufstrebenden Schwellenländern haben das erste Quartal überraschend stark abgeschlossen, sogar besser als die der Industrieländer. Doch Experten warnen, dass es für ein Comeback vielleicht zu früh ist.

Der zweite wichtige Punkt: Die US-Notenbank (Fed) ist deutlich vorsichtiger mit ihrer Zinspolitik geworden. Damit ist die Angst vor starken Mittelabflüssen aus den Schwellenländern gewichen, vor allem bei börsennotierten Fonds (ETF) zeigen sich zurzeit deutliche Zuflüsse. Und drittens haben sich die Rohstoffpreise stabilisiert. Auch dabei hat die Politik eine Rolle gespielt. Nach einer Phase starker Konkurrenz, vor allem von Saudi-Arabien ausgehend, gibt es jetzt Bemühungen der OPEC und Russlands um eine Stabilisierung. Auch davon profitiert ein breites Spektrum von Ländern.

Blackrock richtet die Augen vor allem auf Südamerika. William Landers, globaler Chef des Schwellenländer-Teams, hofft auf einen Sturz von Dilma Rousseff, der Präsidentin von Brasilien. „Danach erwarten wir eine wirtschaftsfreundliche Regierung“, sagt er. In Argentinien ist Blackrock nach dem Regierungswechsel im Herbst wieder eingestiegen und hat Staatsanleihen gekauft, nachdem das Land vorher Jahre lang tabu war. „Der neue, wirtschaftsfreundliche Präsident Mauricio Macri bewegt sich schneller als erwartet“, sagt Landers, räumt aber ein, dass das Land zur Stabilisierung der Inflation zunächst durch eine Rezession gehen muss.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×