Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.07.2011

15:57 Uhr

Bob Doll im Interview

„Politik ist immer schmutzig“

VonRolf Benders

Im Schuldenstreit der USA werde die Politik die größte Katastrophe verhindern, glaubt Bob Doll. Im Interview mit Rolf Benders rät der Chefstratege von Blackrock gerade jetzt zum Kauf von Aktien.

Ist trotz der Schuldenkrise der USA optimistisch gestimmt: Bob Doll, Chefstratege von Blackrock. Quelle: Reuters

Ist trotz der Schuldenkrise der USA optimistisch gestimmt: Bob Doll, Chefstratege von Blackrock.

New YorkHerr Doll, die USA steuern auf einen Zahlungsausfall zu, und die Märkte sind überraschend ruhig. Wie kann man sich das erklären?
Weil die Märkte die Antwort wissen. Es wird keinen Zahlungsausfall geben! Die Geschichte lehrt, dass Politiker sich noch immer um fünf vor zwölf geeinigt haben. Manchmal wurde es auch kurz nach zwölf, aber sie haben die Katastrophe immer verhindert.

Aber der Stand der endlosen Diskussionen in Washington spricht eine andere Sprache, oder?
Politik ist immer schmutzig. Sie geht nie den geraden Weg, aber am Ende kommt eine Lösung heraus, die zumindest das Schlimmste verhindert.

Wie wird die Lösung in Washington aussehen?
Im Detail kann das niemand sagen. Aber es scheint so, als würde das Schuldenlimit erhöht, eine echte Sanierung des Haushalts jedoch verschoben. Das heißt, es wird keinen Zahlungsausfall geben, aber das Risiko einer Herabstufung der USA von "AAA" auf "AA" bleibt.

Rechnen Sie damit, dass Ihre Kunden sich bei einer Herabstufung im großen Stil von US-Staatsanleihen trennen?
Im Moment werden genau darüber Gespräche geführt. Die Einstellung der großen Mehrheit der Kunden ist: "Wir wissen seit langem, dass US-Staatsanleihen in Wirklichkeit nur noch mit 'AA' einzustufen sind. Warum sollen wir sie verkaufen?"

Das heißt, im Fall des Falles passiert nichts?

Damit kein Missverständnis aufkommt: Wenn die US-Bonität herabgestuft wird, werden das sehr unangenehme Tage an den Märkten. Ich will kein rosarotes Bild malen. Was ich sagen will, ist, dass jetzt schon Gespräche laufen, um die Folgen abzumildern. Wie im Fall Griechenland haben die Märkte Zeit, sich auf eine mögliche Herabstufung der USA einzustellen.

Welche Auswirkungen hat die Debatte auf das ohnehin schon schwache Wachstum in den USA?
Der exzessive Fokus auf das Thema Schuldenlimit war sicher nicht positiv. Das ist nicht das Umfeld, in dem Firmen und Privatleute investieren oder Geld für Konsum ausgeben.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.07.2011, 16:52 Uhr

Einen Zahlungsausfall gibt es ja bereits.

Es wird mit wertlosen Papier bezahlt.

Keine Supermacht existiert ewig. Das zeigt die Geschichte.



Schlaumeier

27.07.2011, 17:53 Uhr

Die USA finanzieren 40% des Haushaltes auf Pump und haben
kein Geschäftsmodell (außer shoppen). 25 Jahre auf Kredit gelebt, jetzt ist Feierabend. Glückwunsch zur Staatspleite.
Es wird allerhöchste Zeit. Neustart von Null, wie in Europa.
Und das ist gut so.

Bernd

28.07.2011, 08:34 Uhr

....langsames Wachstum....Aktien kaufen...
Ja wie dumm muss man denn sein um das zu glauben und zu tun ????

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×