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14.08.2014

10:23 Uhr

Börse Frankfurt

Schwaches deutsches BIP belastet Dax

Am Vormittag drücken schwache Daten die Stimmung. Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr weiter geschrumpft als erwartet. So fährt der Dax moderate Verluste und entfernt sich von der 9200er Marke.

Umsatzrückgänge bei RWE

Dax leicht im Plus erwartet

Umsatzrückgänge bei RWE: Dax leicht im Plus erwartet

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FrankfurtEin enttäuschendes deutsches BIP hat den Dax am Donnerstag unter Druck gesetzt. Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr erstmals seit gut einem Jahr geschrumpft. Auch die nicht in Fahrt kommende Konjunktur Frankreichs blieb hinter den Erwartungen. So notierte der Dax am Morgen 0,4 Prozent leichter bei 9159 Punkten. Die Nachrichten verhinderten eine weitere Erholung in Frankfurt.

Wegen des schwächelnden Außenhandels und sinkender Investitionen fiel das Bruttoinlandsprodukt in der Bundesrepublik zwischen April und Juni um 0,2 Prozent zum Vorquartal. „Der Rückgang war etwas deutlicher als erwartet. Auch für das dritte Quartal sieht es derzeit nicht nach viel Schwung aus“, sagt Holger Sandte von der Nordea Bank. Die Nachricht erreichte die Märkte vor Handelsbeginn.

„Sorgen vor einem Konjunkturabsturz halten wir aktuell für übertrieben, da sich der deutsche Konsument und die Bauinvestitionen unbeeindruckt von der Geopolitik zeigen dürften“, erklärte Chefvolkswirt Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Gleichzeitig senkte das Institut allerdings seine Prognose für das deutsche BIP-Wachstum in 2014. „Aufgrund des Sanktionen-Ping-Pong überwiegen die Prognose-Abwärtsrisiken“, fügte Krüger mit Blick auf die angespannte Lage zwischen EU und Russland hinzu.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

30.12.2010

Es reicht nicht ganz bis zur 7000-Punkte-Marke, aber mit 6.914 Punkten hat der Dax bis Ende 2010 schon wieder kräftig aufgeholt.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

21. Januar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 21. Januar mit 9794 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt. Damit müssen sie sich aber noch gedulden.

5. Juni 2014

Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr knackt der deutsche Leitindex die magische Marke und steigt bis auf 10.014 Punkte .

20. Juni 2014

Der Dax markiert bei 10.051 Punkten sein neues Allzeithoch.

2. Dezember 2014

Der Dax knackt nach über vier Monaten wieder die 10.000-Punkte-Marke. In der Spitze erreicht der Dax einen Punktestand von 10.038 Zählern.

4. und 5. Dezember 2014

Der Dax springt im Verlauf der EZB-Pressekonferenz bei 10.084 Punkten auf ein neues Rekordhoch. Doch bereits Minuten später fällt der Leitindex wieder unter die Marke von 10.000 Punkten. Am folgenden Freitag erreicht er mit 10.093 Punkten ein neues Allzeithoch.

22. Januar 2015

EZB-Präsident Mario Draghi beschließt ein Anleihekaufprogramm im Stile der Federal Reserve. Die Zentralbank wird bis September 2016 Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 60 Millionen Euro aufkaufen. Insgesamt sollen so 1,14 Billionen in die Märkte gespült werden. Der Dax springt nach nervösen Pendelbewegungen auf ein Rekordhoch von 10.454 Punkten. In den folgenden Tagen hält die Hausse an, am 13. Februar springt der Dax das erste Mal über in seiner Geschichte über die 11.000-Punkte-Marke. Damit sollte die Rekordjagd aber gerade erst beginnen.

27. Januar 2015

Die mehrtägige Rekordjagd des Dax endet mit einem zwischenzeitlichen Allzeithoch von 10.810 Punkten.

13.Februar 2015

Ein Mix aus guten Konjunkturnachrichten und die lockere Hand der EZB hatten den Dax am Freitag, den 13. Februar 2015, das erste Mal in seiner Geschichte über die 11.000-Punkte-Marke springen lassen. Damit sollte die Rekordjagd aber gerade erst beginnen...

23. Februar 2015

Die neugewählte griechische Regierung sorgte mit ihrer unkonventionellen und forschen Art für mächtigen Aufruhr in der europäischen Politik. Vor allem die Unnachgiebigkeit, mit der die neuen starken Männer Griechenlands, Ministerpräsident Tsipras und Finanzminister Varoufakis, an ihren Wahlkampfversprechen festhielten, brachte die Verhandlungsparteien auf Konfrontationskurs. Nachdem sich die Finanzminister des gemeinsamen Währungsraumes am Freitagabend endlich auf eine Verlängerung der Hilfsprogramme für Hellas einigen konnten, markierte der Deutsche Aktienindex kurz nach seiner Eröffnung am Montag seinen aktuellen Höchststand von 11.158 Zählern.

10. April 2015

Und weiter geht die Rekordjagd. Der Dax kletterte zwischenzeitlich am 10. April zeitweise auf 12.390 Punkte. Seit Jahresbeginn hat der Index mehr als 25 Prozent zugelegt.

16.März 2015

Bereits wenige Wochen nach der Eroberung der 11.000-Punkte steht ein weiterer Meilenstein der Dax-Geschichte auf der Börsen-Agenda. Der Leitindex klettert zum ersten Mal über 12.000 Punkte. Weder der Konflikt in der Ostukraine noch der sich immer weiter zuspitzende Schuldenstreit scheinen die Börsenteilnehmer groß zu stören. Sie kaufen Aktien und befeuern die Hausse.

10. April 2015

Der Dax erreicht sein Allzeithoch: 12.390,75 Zähler.

29.April 2015

Nach Langem Hin- und Her beim Index der vergangenen Wochen stehen die Zeichen beim Dax nun endgültig auf Korrektur. Im Laufe des Tages verlor der Index satte 3,2 Prozent auf 11.433 Punkte - der größte Tagesverlust des Jahres.

08. März 2016

Der Dax rutscht deutlich unter die 9.000er-Marke – zum ersten Mal seit anderthalb Jahren. Schon von Beginn des Jahres sind die Aktienkurse geschwächt. Als wesentlicher Grund gilt unter Beobachtern der stark gesunkene Ölpreis und der derzeit immer noch enge Zusammenhang zwischen dessen Entwicklung und der Aktienbörse.

31. März 2016

Das Minus im ersten Quartal 2016 beläuft sich auf gut sieben Prozent. Schon im März dreht aber die Stimmung zum Besseren, denn die US-Notenbank Fed verschiebt auch aus Rücksicht auf die nahende Brexit-Abstimmung ihre Zinserhöhungen.

24. Juni 2016

Die Briten haben sich für den Austritt aus der EU entschieden und lösen an den Märkten einen allerdings kurzen Ausverkauf aus. Der Dax fällt um fast sieben Prozent, holt in den Folgewochen aber rasch wieder auf.

9. November 2016

Die Amerikaner haben Donald Trump zum Präsidenten gewählt. An der Wall Street schieben die Anleger vorher geäußerte Bedenken beiseite und setzen auf sinkende Steuern für Unternehmen und massive Infrastrukturmaßnahmen. Der Dow-Jones geht auf Rekordkurs. Nach und nach zieht auch der Dax an und etabliert sich wieder in der Fünfstelligkeit.

14. Juni 2017

In Erwartung einer positiven Zinsentscheidung der US-Notenbank knackt der Dax das erste Mal im Laufe seiner Geschichte die 12.900 Punkte und erreicht schließlich sein Allzeithoch von 12.921 Punkten. Schon in den Monaten zuvor hatte der Dax im Anschluss an den Erfolg des europafreundlichen Politikers Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich seinen Höchststand mehrfach verbessert.

Weiterhin lastete die schwache Wirtschaft Frankreichs auf den europäischen Börsen. Der Grande Nation will der Sprung aus der Rezession nicht gelingen. Wie schon im Vorquartal stagnierte das Bruttoinlandsprodukt auch von April bis Juli. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Die Notenbank des Landes erwartet auch im Sommer keine kräftige Belebung.

In der zweiten Frankfurter Reihe blieben die Verluste aus. Die Nebenwerte im MDax traten mit 15.657 Punkten minimal verbessert auf der Stelle. Der TecDax hingegen verbuchte einen Aufschlag von 0,9 Prozent auf 1195 Zähler. Der euro-weite Euro-Stoxx-50 zeigte sich sichtlich von den schwachen BIP-Zahlen betroffen und verlor 0,7 Prozent auf 3033 Stellen.

Nun schauen die Akteure mit Bedacht auf die Entwicklung der Wirtschaft in der gesamten Europäischen Union. Zahlen hierzu kommen am Vormittag aus Luxemburg. Auch die Inflation der Euro-Zone für den Juli wird bekanntgegeben. Am Nachmittag geben die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Auskunft über die US-Jobmaschinerie. Die Arbeitslosenzahl in den Staaten ist ein zentrales Kriterium für die Geldpolitik der Federal Reserve.

Die Vorgaben für den Handel waren leicht optimistisch. Zugelegt hat am Donnerstag bereits die Börse in Tokio – wegen eines schwächeren Yen und guter US-Vorgaben. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zur Handelsmitte ein Plus von 90,99 Punkten oder 0,6 Prozent beim Stand von 15 304,62 Punkten. Der breit gefasste Topix gewann 6,12 Punkte oder 0,48 Prozent auf den Stand von 1268,25 Zählern.

Auch die New Yorker Börsen hatten am Mittwochabend zugelegt, gestützt auf schwindende Sorgen um eine frühe Zinswende in den USA. Der Dow Jones ging 0,6 Prozent höher bei 16 652 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500-Index gewann 0,7 Prozent auf 1946 Punkte.

Die nur stabilen Einzelhandelsumsätze seien zwar hinter den Erwartungen geblieben, das ändert einem Börsianer zufolge aber nichts am positiven Gesamtbild für Aktien. Sie profitierten von anhaltend niedrigen Zinsen und meist guten Unternehmenszahlen.

Am gestrigen Mittwoch haben sich die Märkte weitestgehend stabilisiert. Dem Dax war so die Erholung im zweiten Anlauf gelungen, er schloss 1,3 Prozent höher bei 9198 Punkten. Neben soliden Quartalsbilanzen einzelner Dax-Unternehmen sorgte vor allem eine neue Einschätzung der Ukraine-Krise für die Erholung der europäischen Aktienmärkte.

Kommentare (13)

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Herr wulff baer

14.08.2014, 08:02 Uhr

Wenn das frischgedruckte Falschgeld der Notenbanken fehlt und die Bilanz- und Aktienkurs-Manipulationen nicht zum Erfolg führen, nimmt man wieder die Statistiklüge zum Anlass, die Kurse der Tulpenzwiebel-Wertpapiere schönzurechnen.
Bei uns das Schwarz-Poppen und in Italien das segensreiche Wirken der Mafia.

Oliver Stock Jr.

14.08.2014, 09:02 Uhr

Dem ist nichts hinzuzufügen.
Schön das Sie den Namen Grisu verwenden :)

Herr Tom Bauer

14.08.2014, 09:17 Uhr

Der Aktienmarkt, der die Hauptkomponente der nationalen Wertschöpfung repräsentiert; der ist wie er ist.

Hier die (tatsächlich unsägliche) Verschuldungsgrade von Staaten als Beweis für irgendwas heranzuziehen oder dem Wirken der EZB zu unterstellen, dass nun weniger Bier getrunken wird (Heineken) oder weniger Kaffee getrunken wird (Starbucks) ist unter dem Titel allgemeine UNzufriednenheit zu subsummieren.

Natürlich haben unerwartete Maßnahmen unerwartete Wirkungen auf die Aktienmärkte. Langfristig nicht!
Ein Blick auf einen 30 Jahreschart des DOW hilft. Hier ist keiner der ach so wichtigen Entscheidungen der Notenbanken oder gar Kriege ablesbar.
Augen auf bei der Aktienwahl, dann wird das was... mit Geduld!

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