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28.04.2012

08:52 Uhr

Börse

Investoren wittern schon wieder Einstiegschancen

VonChristian Schnell

Auch wenn Konjunkturforscher viel verhaltener sind: Nach dem fulminanten Jahresstart und dem jüngsten Einbruch an den Aktienmärkten erwarten Experten wieder steigende Kurse.

Der Bulle symbolisiert den Aufschwung an den Börsen. ap

Der Bulle symbolisiert den Aufschwung an den Börsen.

FrankfurtEs war ein Wochenauftakt, wie ihn sich Börsianer schlimmer nicht vorstellen konnten. 3,5 Prozent hatte der Dax am Montag verloren, in den anderen bedeutenden Indizes dieser Welt sah es nicht viel besser aus. Aber von Trübsal, Unruhe oder am Ende gar Panik war weit und breit nichts zu spüren. Allerdings warfen der Sieg des Sozialisten François Hollande in der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl und das Scheitern der niederländischen Mitte-rechts-Regierung die Frage auf: Kehrt die Euro-Krise zurück?

Doch auch diese politischen Irritationen scheinen schon wieder von anderen Faktoren überlagert zu werden. So verlief die Quartalssaison in den USA bislang überraschend gut. Mehr als 200 der 500 Unternehmen aus dem Index S&P-500 haben in den vergangenen Wochen ihre Zahlen für das erste Quartal präsentiert, drei Viertel übertrafen die Erwartungen der Analysten. Nicht ganz so gut ist das Bild in Deutschland, wo bislang allerdings weit weniger Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt haben.

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Dass die Zukunft vielerorts nicht mehr so rosig aussieht, das blenden viele Börsianer derzeit einfach aus. „Die Konsolidierung der vergangenen Woche war nach der fulminanten Kursrally nicht überraschend“, sagt Frank Naab, Leiter des Portfolio Managements für die gewöhnlich betuchten Kunden der Privatbank Metzler. Immerhin erlebte der Dax mit einem Plus von 18 Prozent im ersten Quartal den besten Jahresstart seit seiner Einführung im Jahr 1988.

Wie Naab setzen viele Investoren im Moment darauf, dass bald wieder die Einstiegsgelegenheiten kommen, auf die viele gewartet haben, als der Dax noch über 7.000 Punkten notierte. Dass ein Umfeld, in dem alles etwas unsicherer erscheint als bisher, dazu gehört, versteht sich von selbst. Insofern bereiten neue Sorgen um den Euro oder leicht reduzierte Prognosen bedeutender Konzerne wie etwa Siemens Anlegern keine großen Probleme.

Viele setzen darauf, dass die Weltkonjunktur im zweiten Halbjahr 2012 wieder in Gang kommt und sich 2013 noch einmal beschleunigt. Tammo Greetfeld von der Großbank Unicredit in München hat gerade seine Prognosen für den Dax und den für die Euro-Zone maßgeblichen Index Euro Stoxx 50 bekräftigt. Am Jahresende sieht er den Dax bei 7.600 Punkten und den Euro Stoxx 50 bei 2.700 Punkten. Das wäre gegenüber den jetzigen Niveaus ein Plus von knapp 14 Prozent beziehungsweise fast 17 Prozent.

Ein Dauerthema für viele Investoren ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es derzeit kaum renditeträchtige Alternativen zu Aktien gibt. Solide Staatsanleihen beispielsweise werfen kaum noch Rendite ab. Und Gold hat in den vergangenen Wochen seinen Glanz verloren und entwickelt sich seither im Gleichschritt mit dem Aktienmarkt. Überdies winken den Aktionären gerade in den kommenden Wochen wieder attraktive Dividenden.

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