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19.01.2007

12:00 Uhr

Börse Kuala Lumpur kündigt Index nach islamischem Recht an

Malaysischer Aktienmarkt lockt internationale Anleger

Die malaysische Börse in Kuala Lumpur will mit neuen Produkten attraktiver für ausländische Investoren werden. So sollen nach neun Jahren Pause wieder Leerverkäufe von Aktien gestattet werden.

Die 452 Meter hohen Petronas-Türme in Malaysia. Foto: AP

Die 452 Meter hohen Petronas-Türme in Malaysia. Foto: AP

NEW YORK. Neben der Einführung eines in US-Dollar denominierten Zertifikates auf das wichtige Exportprodukt Palmöl kündigte der Vorstandsvorsitzender des Börsenbetreibers Bursa Malaysia, Yusli Mohamed Yusoff, in einem Bloomberg-Interview zudem die Auflage eines Aktienindexes nach islamischem Recht an.

„Es ist unser Ziel, die allgemeine Qualität unseres Handelsplatzes zu verbessern und internationale Investoren vermehrt anzuziehen“, sagte er. Der auf Dollar lautende Kontrakt für Rohpalmöl sei direkt auf internationale Anleger zugeschnitten, führte Yusli aus. Das derzeitige Produkt basiere auf der malaysischen Währung Ringgit und bilde bereits die globale Bezugsgröße für Palmöl.

Malaysia ist der größte Lieferant von Palmöl, das zur Herstellung von Seife, als Lebensmittelzusatz oder Bratöl und zunehmend als Bio-Kraftstoff auf dem Weltmarkt an Bedeutung gewinnt. Der Dreimonats-Kontrakt für den Rohstoff war im vergangenen Jahr um 33 Prozent gestiegen.

Gemeinsam mit dem britischen Finanzdienstleister FTSE Group werde in der kommenden Woche ein neuer Aktienindex vorgestellt, der sich innerhalb islamischer Gesetze bewegt, hieß es weiter. Er enthält demnach keine Aktien von Unternehmen, die sich mit Glücksspielen, Tabak, Alkohol oder der Erzielung von Zinsgewinnen beschäftigen.

Die Hoffnung auf höhere Unternehmensgewinne angesichts des rasanten Wirtschaftswachstums in Malaysia hat den Benchmark-Index Kuala Lumpur Composite auf US-Dollar-Basis innerhalb der letzten 12 Monate um rund 36 Prozent steigen lassen (siehe Grafik). Würden Leerverkäufe zugelassen, könne sich in den kommenden fünf Jahren die Handelsaktivität verdoppeln, hatte der Börsenbetreiber bereits im November in Aussicht gestellt.

Leerverkäufe wurden an der Börse in Kuala Lumpur im Zuge der Asienkrise 1997 verboten, als der Index um rund 52 Prozent einbrach. Zunächst sollen diese Geschäfte – dabei werden geliehene Aktien verkauft, in der Hoffnung, sich später zu niedrigeren Kursen eindecken zu können – bei 70 malaysischen Aktien eingeräumt werden. Mit diesem so genannten „Short Selling“ können sich Markttrends verstärken. „Die Börse verbessert ihren Service für die Anleger“, sagte Analyst Lim Ee Kar von K&N Kenanga in Kuala Lumpur. „Skeptisch bin ich allerdings bei den Leerverkäufen“, fügte er an, „hier bleibt abzuwarten, wie sich dieser Bereich entwickeln wird.“

Quelle: Bloomberg

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