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15.04.2015

16:51 Uhr

100-jährige Anleihe

Bayer will „ewige Anleihe“ tilgen

Die Rückzahlung einer 100-jährigen Anleihe erleben meist nur die Kinder eines Investors. Nicht so die Anleihegläubiger von Bayer: Der Pharmakonzern plant, schon nach zehn Jahren seine „ewige Anleihe“ zu tilgen.

Der Pharmakonzern möchte von seinem Rückzahlungsrecht Gebrauch machen und eine milliardenschwere Anleihe zurückzahlen. dpa

Bayer-Chef Marijn Dekkers

Der Pharmakonzern möchte von seinem Rückzahlungsrecht Gebrauch machen und eine milliardenschwere Anleihe zurückzahlen.

DüsseldorfDass Anleger das noch erleben dürfen: Der Pharmakonzern Bayer plant vorzeitig eine 100-jährige Anleihe (ISIN XS0225369403) zu tilgen. Der Dax-Konzern hatte die Anleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren und einem Kupon von fünf Prozent im Jahr 2005 begeben. Rein theoretisch wäre die Anleihe mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro also erst im Jahr 2105 zurückgezahlt worden. Doch Bayer macht von seinem Rückzahlungsrecht Gebrauch und plant ab dem 29. Juli 2015 die Anleihe zu tilgen. Die offizielle Benachrichtigung an die Investoren wird im Juni dieses Jahres folgen.

100-jährige Anleihen werden häufig als „ewige Anleihen“ bezeichnet, wobei sie nicht ewig sind – ihre Rückzahlung erlebt der Anleger allerdings in der Regel nicht. 100-jährige Anleihen wurden in der Vergangenheit unter anderem auch von Walt Disney und Coca Cola begeben. Auch Staaten wie Mexiko und China haben eine 100-jährige Anleihe emittiert. Die wirklich ewigen Anleihen begab dagegen Großbritannien: Anleihen ohne Rückzahlungstermin, aber mit Kündigungsrecht.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Anleger kaufen 100-jährige Anleihen oft wegen der höheren Rendite gegenüber kurzlaufenden Anleihen – und hoffen diese Anleihe an ihre Kinder und Enkel zu vererben. Allerdings sind solche großen Laufzeiten für Privatanleger riskant. Denn wer kann garantieren, dass ein Unternehmen noch in 100 Jahren existiert? Ein weiteres Risiko: Wenn die Leitzinsen steigen, werden kurze Anleihen wieder beliebter und langlaufende Anleihen verlieren an Attraktivität – und an Wert.

Von

wep

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